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Panorama Entnervter Steward verlässt Flieger über Notrutsche
Mehr Welt Panorama Entnervter Steward verlässt Flieger über Notrutsche
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17:17 10.08.2010
Die Nase voll hatte ein Steward von Arbeit und einem Passagier - er verließ das Flugzeug über eine Notrutsche. Quelle: dpa (Archiv)
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Flugbegleiter müssen geduldige Menschen sein. Sie sind Kellner, Verkäufer und Betreuer in einem und brauchen trotzdem vor allem eines: Geduld. Die hat jetzt ein Steward in New York verloren. Nach einem Streit mit einer renitenten Passagierin hat sich der Mann ein Bier aus der Bordküche geschnappt und ist mitten auf dem Rollfeld einfach abgehauen - über die Notrutsche.

„Saftschubsen“ werden die Flugbegleiter heute genannt. Früher war Stewardess ein Traumberuf mit schicker Uniform und exotischen Reisezielen. Heute ist von dem Glamour nichts mehr übrig und gerade bei Billigfluggesellschaften sind die stolzen Flugbegleiter von einst gestresstes Kabinenpersonal.

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JetBlue Airways ist ein Billigflieger und Steven Slater einer der Flugbegleiter. Zumindest war er es bis Montag. Da forderte er nach einem kurzen Flug von Pittsburgh nach New York wie immer die Passagiere auf, angeschnallt zu bleiben bis das Flugzeug steht. Und wie immer klickten trotzdem schon die Gurte und eine Frau machte sich gar schon an dem Koffer über ihr zu schaffen. Als Slater bei ihr ankam, fiel der Koffer dem 38-Jährigen auf den Kopf. Statt sich zu entschuldigen, beschimpfte die Frau den Steward auch noch wüst.

Slater scheint seinen Job zu lieben. Sein Vater war Pilot, die Mutter selbst Stewardess. Doch an diesem Montag muss er genug gehabt haben. Er greift zum Mikrofon und beschwert sich per Kabinenlautsprecher über die renitenten Passagierin und Fluggäste im Allgemeinen. 20 Jahre in dem Job seien genug. Dann geht er zum Heck der „Embraer“, löst mit einem lauten Knall die Notrutsche aus, schnappt sich noch ein Bier und verschwindet auf der Gummirutsche.

Nun ermitteln die Behörden. „Die Notrutsche knallt innerhalb von Sekunden raus. Wenn da jemand am Boden gewesen wäre, hätte er verletzt oder gar getötet werden können“, sagte ein Ermittler der „New York Times“. Slater wurde wenig später in seiner Wohnung im New Yorker Stadtteil Queens festgenommen. Ihm drohen nun mehrere Jahre Haft. Neben der Gefährdung möglicher Dritter wird ihm auch die Beschädigung der tausende Dollar teuren Notrutsche zur Last gelegt. Außerdem habe er seine Pflichten vernachlässigt, hieß es. Denn so sehr er die Fluggäste auch verachtet haben mag - er war für sie verantwortlich.

Trotzdem hat Slater in den USA die Sympathien auf seiner Seite. „Wie viele aus dem Dienstleistungsbereich haben davon schon geträumt? Ich ständig!“, kommentierte ein Leser beim Magazin „Time“ den Ausraster. „Wie hat er nur geschafft, 20 Jahre durchzuhalten“, schreibt ein anderer. Und wieder ein anderer hat Mitleid: „Schade, dass er nun seinen Job verliert. Dabei hat er doch nur gemacht, was wir jeden Tag denken.“ Als Slater abgeführt wurde, habe er, sagt ein Nachbar, „ein Lächeln auf dem Gesicht gehabt“.

dpa