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Panorama Entführte Kinder aus Hermannsburg sind in Sicherheit
Mehr Welt Panorama Entführte Kinder aus Hermannsburg sind in Sicherheit
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08:47 08.09.2011
Von Marina Kormbaki
Endlich gefunden: Benjamin (7, von links oben im Uhrzeigersinn), Lisa (4), Jonas (8) und Miriam (5) kommen bald zurück nach Deutschland. Quelle: dpa
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Celle

Es gibt guten Grund zur Hoffnung, dass Lisa, Miriam, Benjamin und Jonas schon bald wieder zurück zu ihrer Mutter nach Hermannsburg dürfen. Viereinhalb Monate ist es nun her, dass ihr Vater Axel H. sie unter einem Vorwand bei ihrer Mutter Katja abgeholt und sich mit ihnen nach Nordafrika abgesetzt hat. So lange währte auch die internationale Fahndung nach dem arbeitslosen Krankenpfleger, der kein Sorgerecht für seine Kinder hat. Am Mittwoch kam dann die knappe, aber erlösende Mitteilung der Polizei Celle: Seit Mittwochnachmittag befinden sich der 37-jährige Axel H. und seine vier Kinder im Alter zwischen vier und acht Jahren in der Obhut ägyptischer Behörden. Die Kinder sind wohlauf.

Wie das niedersächsische Landeskriminalamt (LKA) am Abend mitteilte, sind Axel H. und die Kinder derzeit in der deutschen Botschaft in Kairo untergebracht. Deutsche und ägyptische Behörden arbeiteten daran, alle fünf „recht zügig“ zurück nach Deutschland zu bringen, sagte ein LKA-Sprecher. Weitere Einzelheiten wollen Polizei und Staatsanwaltschaft heute Nachmittag bekannt geben.

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Nach Axel H. wurde mit internationalem Haftbefehl gesucht, auch das Auswärtige Amt hatte sich in den Fall eingeschaltet. Der Mann gilt als christlicher Fundamentalist. Am 25. April, am Ostersonntag, hatte er die beiden Jungen und die zwei Mädchen bei seiner früheren Frau zu einer Radtour abgeholt – ein Vorwand, wie sich bald herausstellte. Axel H. verschleppte seine Kinder zunächst nach Ägypten, in den Badeort Hurghada. Von dort aus reiste er Angaben der Staatsanwaltschaft Lüneburg zufolge weiter in den Sudan. Mitte Mai kehrte er mit den blonden Kindern nach Ägypten zurück – deutsche Zeugen hatten dies der Polizei gemeldet. Der Fall wurde bald einer breiten Öffentlichkeit bekannt: Die Mutter der Kinder war Mitte Juni in der RTL-Sendung „stern TV“ zu Gast, und auch die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ stellte den Fall vor.

Anfang Juli keimte wieder Hoffnung auf: Unabhängig voneinander hatten sich Urlauber in Süddeutschland bei den Ermittlern gemeldet. Sie meinten, Axel H. und die Kinder in einer Ferienanlage im Allgäu gesichtet zu haben. Die Spur nach Ägypten wollte derweil aber nicht reißen. Weiterhin gingen von dort aus Hinweise bei den Ermittlern ein. Es waren wohl die entscheidenden.

Nähere Einzelheiten geben Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstagnachmittag bekannt.

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