Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama „Enkeltrick-Betrüger“ in Göttingen vor Gericht
Mehr Welt Panorama „Enkeltrick-Betrüger“ in Göttingen vor Gericht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:14 19.02.2013
Von Jürgen Gückel
Der schockierte Senior war sofort bereit, alles, was er erspart hatte, für seinen vermeindlichen Sohn zu geben. Er bot 15.000 Euro. Quelle: Symbolfoto
Göttingen

Die Beweislage gegen sie ist ausgezeichnet. Die Polizei hörte alles mit. Die 49 und 29 Jahre alten Litauer sollen als Teil der Bande gewerbsmäßig gehandelt und siebenmal den Trick versucht haben, sechsmal erfolgreich.

Oft reagierten die Angerufenen wie jener 90-Jährige aus Paderborn: Nach dem undeutlichen Hilferuf des vermeintlichen Sohnes erklärte dessen angeblicher Anwalt auf Russisch, der Sohn sei im Gesicht verletzt, könne nicht deutlich sprechen. Viel schlimmer sei, dass ein 16-jähriges Mädchen schwere Kopfverletzungen erlitten habe und operiert werden müsse. Die Familie des Kindes fordere 24.000 Euro, andernfalls gebe es eine Anzeige wegen schwerer Körperverletzung.

Der schockierte Senior war sofort bereit, alles, was er erspart hatte, für seinen Sohn zu geben. Er bot 15.000 Euro. Das Telefonat wurde in die Länge gezogen, alles sollte „protokolliert“ werden. Und noch während man am Telefon sprach, klingelte es bereits, und der angebliche Bruder des Opfers (der jüngere der Angeklagten) kam und holte das Geld.

So wurde eine 87-Jährige in Göttingen um 12.000 Euro betrogen, eine 75-Jährige in Uslar um 3000, der 90-Jährige in Paderborn um 15.000, ein 77-Jähriger (450 Euro) und zwei betagte Eheleute (8000) in Olsberg sowie noch einmal eine Rentnerin in Paderborn um 10.000.

Weil die Polizei aber bereits auf die Litauer aufmerksam geworden war, hörte sie deren Handys ab und zeichnete alles auf, bis sie am 22. August 2012 zuschlug und die Angeklagten festnahm. Allerdings: Sie, so die Litauer, seien nur die Geldboten. Er sei, behauptet einer, als Tischler arbeitslos geworden und habe in Litauen in einem Supermarkt per Aushang Arbeit als Fahrer gesucht. Da sei er für eine Deutschlandfahrt angeworben worden. In Deutschland habe er nur Geld abholen sollen. Um was es ging, wisse er nicht. Und als er es erahnt habe und nicht mehr mitmachen wollte, habe man ihn bedroht und ihm Repressalien in der Heimat angekündigt. Die Hintermänner kenne auch er nicht.

Viele wünschen sich das Abitur nach 13 Jahren zurück. In einer empirischen Studie der Universität Göttingen kommen jetzt erstmals betroffene Schüler selbst zu Wort. Ihre einhellige Meinung: Mit G 9 lernt man besser und nachhaltiger.

Saskia Döhner 22.02.2013

Seit knapp zwei Wochen schon wird der niederländische Lkw-Fahrer Robby F. vermisst. Jetzt hat die Polizei im Kreis Nienburg den Sattelschlepper des 56-Jährigen bei Schweringen in der Weser entdeckt. Die Leiche des Mannes aber bleibt verschollen.

Karl Doeleke 19.02.2013

Bei einer Massenkarambolage auf der Autobahn 6 im Landkreis Schwäbisch Hall sind am Dienstag zwei Menschen ums Leben gekommen. Außerdem wurden mindestens drei Menschen schwer und mehr als 20 Personen leicht verletzt. Der Schaden liegt nach ersten Schätzungen im Millionenbereich.

19.02.2013