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Panorama „Endeavour“ auf dem Weg zur ISS
Mehr Welt Panorama „Endeavour“ auf dem Weg zur ISS
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19:57 16.07.2009
US-Raumfähre „Endeavour“ auf dem Weg zur Raumstation ISS. Quelle: Honda/afp
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Die US-Raumfähre „Endeavour“ ist im sechsten Anlauf endlich erfolgreich ins All gestartet: Das Space Shuttle hob am Mittwoch mit sieben Astronauten an Bord pünktlich um 18.03 Ortszeit (Donnerstag 0.03 Uhr MESZ) vom Weltraumbahnhof in Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida ab. Die „Endeavour“ bringt Teile des japanischen Forschungslabors „Kibo“ ins All, sie soll am Freitag an der Internationalen Raumstation ISS ankoppeln.

„Wir sind bereit für eine großartige Mission“, sagte Bordkommandeur Mark Polansky, nachdem die US-Raumfahrtbehörde NASA nach fünf missglückten Versuchen endlich grünes Licht gab. Der Start am Kennedy Space Center verlief nach NASA-Angaben reibungslos. Die Raumfähre erreichte mit Geschwindigkeiten von bis zu 6000 Stundenkilometern innerhalb von achteinhalb Minuten die Erdumlaufbahn.

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Beim Start wurde die „Endeavour“ aber möglicherweise von einem Stück Eis oder abgebrochenem Isolierschaum getroffen und beschädigt. Aufnahmen vom Start hätten mehrere vom Außentank abfallende Teile gezeigt, sagte der NASA-Manager Bill Gerstenmaier. Abfallendes Isoliermaterial hatte 2003 das Unglück der Raumfähre „Columbia“ verursacht, bei dem alle sieben Astronauten ums Leben kamen. Die NASA sehe bislang aber kein Problem, betonte Gerstenmaier. Die NASA-Experten würden die Bilder zunächst gründlich auswerten. Vor der Rückkehr zur Erde solle die „Endeavour“ außerdem von den Astronauten untersucht werden.

Zur „Endeavour“-Crew zählt neben sechs US-Raumfahrern als einzige Frau die Kanadierin Julie Payette. Sie war ebenso wie Kommandeur Polansky und ein weiterer Astronaut schon einmal im All. Bei ihrem 16-tägigen Einsatz soll die „Endeavour“-Mannschaft unter anderem die letzten Bauteile für das japanische Forschungsmodul „Kibo“ anliefern. Dieses soll dann in fünf Weltraumeinsätzen von insgesamt mehr als 32 Stunden Dauer vollendet werden. Zudem sind mehrere Reparaturen an der ISS vorgesehen. Nach Ende des Einsatzes bleibt der 46-jährige Astronaut Tim Kopra an Bord der Raumstation. Er löst den Japaner Koichi Wakata als Mitglied der Langzeitbesatzung ab.

Ursprünglich hätte die „Endeavour“ schon Anfang Juni zur ISS starten sollen. Wegen Lecks im Treibstofftank musste der Start aber zweimal verschoben werden, drei weitere Startanläufe wurden in den vergangenen Tagen wegen heraufziehender Gewitter kurzfristig abgebrochen. Jeder abgesagte Start kostete die NASA nach eigenen Angaben etwa eine Million Dollar (etwa 700.000 Euro).

afp