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Panorama Emder muss nach Lynchaufruf vor Gericht
Mehr Welt Panorama Emder muss nach Lynchaufruf vor Gericht
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17:21 15.05.2012
Nach der Festnahme im Mordfall Lena, hatte ein Jugendlicher aus Emden im Internet zur Lynchjustiz aufgerufen. Dafür kommt er nun vor Gericht. Quelle: dpa
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Emden

Der Mann soll zur Erstürmung der Emder Polizeiwache aufgerufen haben. Dort war Ende März ein Unschuldiger in Gewahrsam, der zeitweise als Verdächtiger in dem Mordfall galt. Nach dem Aufruf hatten sich nachts bis zu 50 Menschen vor der Wache versammelt und die Herausgabe des vorläufig Festgenommenen verlangt. Zu Übergriffen kam es nicht.

Lena war am 24. März in einem Parkhaus getötet und vorher missbraucht worden. Ein 18-Jähriger gestand eine Woche später die Tat, beruft sich aber auf Erinnerungslücken und schweigt bisher zu weiteren Einzelheiten der Tat. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft.

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Vor der Festnahme war ein damals 17-Jähriger zeitweise unter Verdacht geraten. Während dieser vernommen wurde, hatte der Autor des Lynchaufrufs zur Erstürmung der Polizeiwache ermuntert. Vor Polizisten räumte er später ein, er sei durch den Tod des Mädchens stark emotional betroffen gewesen. Er habe sich in keiner Weise darüber Gedanken gemacht, welche Tragweite sein Aufruf haben könne. Er bat alle Beteiligten um Entschuldigung und wolle sich auch persönlich bei dem 17-Jährigen entschuldigen.

Nach Paragraf 111 Strafgesetzbuch wird derjenige, der öffentlich zu einer Straftat auffordert, wie ein Anstifter bestraft, wenn die Aufforderung Erfolg hat. Bleibt die Aufforderung ohne Erfolg, ist für Erwachsene Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren angedroht.

dpa/sag

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