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Panorama Eltern ließen dreijähriges Mädchen verhungern
Mehr Welt Panorama Eltern ließen dreijähriges Mädchen verhungern
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17:53 11.08.2009
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Gegen die 26-jährige Mutter und den drei Jahre älteren Vater sei Haftbefehl wegen gemeinschaftlichen Totschlags durch Unterlassung ergangen. Die Eltern hatten am Samstagabend den Rettungsdienst gerufen, als der Gesundheitszustand des Kindes bereits bedrohlich gewesen sei, berichtete die Polizei in Nürnberg. Ein Notarzt habe die Dreijährige sofort in eine Klinik einweisen lassen, dort starb sie nur zwei Tage später. Bei einer Obduktion des ansonsten gesunden Mädchens sei die Mangelernährung festgestellt worden. Ein vierjähriger Bruder des Mädchens wurde inzwischen bei den Großeltern untergebracht. Dort soll er vorerst bleiben. Der Junge sei wohlauf, hieß es.

Der Vater wurde noch am Dienstag befragt. Er habe sich aber nicht zu den Vorgängen geäußert, sagte der Gerichtssprecher. Der Haftbefehl gegen den 29-Jährigen werde aufrechterhalten. Die Mutter liege dagegen mit einer schweren Erkrankung in einer Klinik - gegen sie habe der Haftbefehl noch nicht vollstreckt werden können. Die Frau wird von der Polizei in der Klinik bewacht. Die Krankheit soll nach Polizeiangaben aber nichts mit dem Tod der Dreijährigen zu tun haben.

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Die Familie wohnte in einem zweigeschossigen Wohnhaus in der Ortsmitte von Thalmässing. Die Wohnung im ersten Obergeschoss wirkte am Dienstag verlassen. Nachbarn schilderten die Mutter als ausgesprochen nett; ihnen sei nichts Besonderes an der Familie aufgefallen. Der Leiter des zuständigen Kreisjugendamtes Roth, Manfred Korth, zeigte sich entsetzt: „Damit hat niemand gerechnet. Das ist der GAU für ein Jugendamt, wenn so etwas passiert.“ Zwar sei die Familie dem Jugendamt bekanntgewesen, rund zwei Jahre lang seien Eltern und Kinder betreut worden. Danach habe es immer mal wieder Kontakt gegeben. „Der letzte Besuch von uns war im November 2008. Gefährdungsmomente waren aber nicht erkennbar“, erklärte Korth.

Die Familie sei zum Jahreswechsel 2005 in den Landkreis gezogen. „Das vorher zuständige Jugendamt hatte uns über den Umzug informiert“, sagte Korth. Dies sei üblich, wenn in Familien damit zu rechnen sei, dass Erziehungsschwierigkeiten auftreten könnten. Noch im Januar 2005 habe das Kreisjugendamt Kontakt zu den Eltern aufgenommen.

ddp