Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Eltern bringen aidskrankes Kind zum Wunderheiler
Mehr Welt Panorama Eltern bringen aidskrankes Kind zum Wunderheiler
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:26 22.11.2016
Versteckt vor Gericht sein Gesicht: Der Vater des schwerkranken Jungen. Quelle: dpa
Düsseldorf

Weil er die Therapie seines aidskranken Sohnes mehrfach abgebrochen und ihn zu einem Wunderheiler verschleppt hat, ist ein Vater in Düsseldorf zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der 50-Jährige habe seinen kleinen Sohn in Todesgefahr gebracht. Der sei nun schwerstbehindert und ein Pflegefall, betonte die Vorsitzende Richterin. Sie sprach den 50-Jährigen der Misshandlung von Schutzbefohlenen schuldig. Er hatte die Vorwürfe eingeräumt.

Die Eltern hatten den Ärzten zunächst die HIV-Infektion der Mutter verschwiegen. Dadurch seien keine Schutzmaßnahmen getroffen worden, und das Kind habe sich bei der Geburt angesteckt, resümierte das Gericht. Auch als das Baby Krankheitssymptome gezeigt habe, hätten die Eltern die HIV-Infektion der Mutter verschwiegen und mehrmals einen HIV-Test bei ihrem Baby ausdrücklich abgelehnt.

Ansteckung hätte verhindert werden können

Dadurch war das Kind erst nach Ausbruch der Aids-Krankheit in Behandlung gekommen. Obwohl die Therapie gewirkt habe, hätten die Eltern sie dann eigenmächtig abgebrochen und das Kind aus dem Krankenhaus entführt, sagte die Staatsanwältin.

Ein Arzt sagte in dem Prozess aus, dass der Junge mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 99 Prozent ohne Ansteckung zur Welt gekommen wäre, wenn die Eltern entsprechende Auskunft gegeben hätten.

Stattdessen hätten die aus Afrika stammenden Eltern das Kind zu einem Wunderheiler gebracht, der behauptet habe, er könne den Aids-Erreger mit einem Kobra-Antigift zerstören. Statt mit dem Gift habe er das Kind aber mit Zitronensaft und Zuckerlösung „behandelt“.

Von RND/dpa

Salafistische Koran-Verteilaktionen will Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) künftig erschweren. Nach einer bundesweiten Razzia gegen die Koranverteilung der Lies!-Kampagne waren Rufe nach einem Verbot derartiger Aktionen laut geworden.

22.11.2016

Plötzlich riefen fremde Männer an und wollten Sex: Eine Frau ist offenbar ohne ihr Wissen auf einem Online-Portal angeboten worden. Die Ermittler verdächtigen einen Ex-Liebhaber des Opfers – er soll die Anzeige über einen Kirchencomputer geschaltet haben.

22.11.2016

Ein mutmaßlicher Salafist hat rund zwei Jahre lang im sicherheitsrelevanten Luftfrachtbereich des Frankfurter Flughafens gearbeitet. Er verlor seinen Job, weil ihm die Zuverlässigkeitsbescheinigung entzogen wurde. Dagegen klagt er vor dem Verwaltungsgericht Hannover.

22.11.2016