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Panorama Eiskalter Plan: Unternehmer will Eisberge in die Wüste schleppen
Mehr Welt Panorama Eiskalter Plan: Unternehmer will Eisberge in die Wüste schleppen
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12:54 24.08.2019
Abdulla Al-Shehi will berge versetzen.
Abu Dhabi

Als die arabische Firma National Advisor Bureau vor zwei Jahren den Plan vorstellte, Eisberge per Frachter aus der Antarktis bis nach Dubai zu schleppen, musste sich Geschäftsführer Abdulla Al-Shehi so einiges anhören. Auch aus Deutschland: „Was soll dieser Irrsinn?“, titelte hierzulande eine überregionale Zeitung. Dabei ist die Idee, Eisberge aus der Antarktis zu holen, nicht einmal so neu. Französische Wissenschaftler schlugen Saudi-Arabien ein ähnliches Konzept bereits 1975 vor, doch das Projekt fiel aus technischen Gründen ins Wasser.

Die Firma hat einen Gürtel aus Metall entwickelt

Al-Shehis Firma hat nun einen Gürtel aus Metall entwickelt, mit dessen Hilfe der Eisberg an einem Schlepper befestigt werden und so mit der Meeresströmung transportiert werden kann. Als Termin für den ersten Eisbergumzug gab der Manager ursprünglich das Jahr 2019 an. In einem aktuellen Interview kündigte er nun jedoch an, dass ein erster Versuch tatsächlich bis Ende 2020 stattfinden solle. Dann soll ein Schlepper einen relativ kleinen Eisberg zur Wassernutzung nach Kapstadt in Südafrika oder Perth in Australien transportieren. „Die Idee ist Teil einer umfassenderen Vision, die Wüste des ,Empty Quarters‘ durch Einsparung und Gewinnung von Wasser in eine Grünfläche zu verwandeln“, sagte Al-Shehi.

Der erste Eisberg soll wahrscheinlich nicht direkt aus der Antarktis stammen, deren Territorium durch den Antarktisvertrag noch bis mindestens 2041 vor Ausbeutung geschützt ist. Ein Eisberg fällt zwar nicht unter die Regulierungen, der bürokratische Aufwand für eine Genehmigung wäre jedoch enorm. Zum Vergleich: China, das eine fünfte Forschungsstation plant, hat dafür einen 284 Seiten umfassenden Vorschlag erarbeitet, der seit inzwischen fünf Jahren geprüft wird.

Um so etwas zu umgehen, denkt die arabische Firma an Eisberge, die in der Nähe von Heard Island, einem australischen Territorium etwa tausend Kilometer vor der Antarktis gelegen, im Meer schwimmen. Der Test wird etwa 60 bis 80 Millionen US-Dollar kosten, während das gesamte Projekt – sollte der Eisberg tatsächlich in den Vereinigten Arabischen Emiraten landen – auf 100 bis 150 Millionen US-Dollar veranschlagt ist. Obwohl die Kosten hoch erscheinen, sind sie laut Al-Shehi noch immer günstiger, als Frischwasser über eine Meerwasserentsalzungsanlage zu gewinnen.

1,9 Milliarden Liter Süßwasser könnten pro Eisberg übrig bleiben

Durch Verdunstung wird der Eisberg zwar rund 30 Prozent Frischwasser verlieren, der Manager hofft jedoch, dass noch immer durchschnittlich 750 Millionen bis 1,9 Milliarden Liter Süßwasser pro Eisberg übrig bleiben – eine beträchtliche Menge für ein Land, das jährlich nur zehn Zentimeter Niederschlag hat. „Sobald der Eisberg das Ufer erreicht, wird das Eis zerkleinert und in Tanker verladen, die es zu den Kunden transportieren werden“, sagt er. Al-Shehi hofft zudem, dass ein Eisberg vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate nicht nur eine Touristenattraktion sein werde, sondern auch zu mehr Regen in den Wüstenregionen des Landes führen und damit die lokale Landwirtschaft ankurbeln könnte. Die Präsenz von Eisbergen rufe eine Änderung des Wettermusters hervor, da es sich um kalte Körper handele, die die Wolken, die sich auf dem Arabischen Meer bewegen, ins Zentrum ziehen würden.

Wissenschaftler sind von der ganzen Idee jedoch nicht ebenso überzeugt. So gab Sue Cook, eine australische Antarktisexpertin an der Universität von Tasmanien, zu bedenken, dass zu viele Fragen offen wären. „Eisberge sind eine Quelle für Süßwasser und Eisen im Südpolarmeer – wenn also viele davon entfernt werden, könnte dies Auswirkungen auf das lokale Ökosystem haben.“

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