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Panorama Eishockeyteam stürzt in Russland mit Flugzeug ab
Mehr Welt Panorama Eishockeyteam stürzt in Russland mit Flugzeug ab
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14:53 16.09.2011
Von Björn Franz
Beim Absturz eines Passagierflugzeugs in Russland sind nach mehr als 40 Menschen ums Leben gekommen. Quelle: dpa
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Jaroslawl

Es sollte der Start in eine erfolgreiche Saison werden. Doch für die Eishockey-Mannschaft von Lokomotiv Jaroslawl endete er am Mittwoch tödlich. Auf dem Weg zum ersten Spiel in der russischen Profiliga KHL beim weißrussischen Klub Dinamo Minsk stürzte das Flugzeug mit dem gesamten Team kurz nach dem Start auf Jaroslawls Flughafen Tunoscha ab. Nach Angaben des russischen Gesundheitsministeriums kamen dabei 43 der 45 Insassen ums Leben – darunter auch der 25-jährige deutsche Nationalspieler Robert Dietrich.

Die Maschine vom Typ Yak-42 der Charterflug-Gesellschaft Yak Air Service war um 15.50 Uhr Ortszeit (13.50 Uhr MESZ) in der 280 Kilometer nordöstlich von Moskau gelegenen Stadt gestartet. Kurz nach dem Abheben driftete das Flugzeug nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur „Interfax“ nach links ab, streifte eine Antenne und ging in Flammen auf. „Leichenteile sind in der Wolga gefunden worden, in die Teile des Flugzeugrumpfes gestürzt sind“, wurde ein Polizeisprecher zitiert. Nach Angaben des Ministeriums überlebten nur der russische Stürmer Alexander Galimow und ein Bordingenieur den Absturz, bei dem neben den Weltklassespielern Pavol Demitra aus der Slowakei, Stefan Liv aus Schweden und Ruslan Salei aus Weißrussland auch Dietrich ums Leben kam.

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Der in Kasachstan geborene Verteidiger, der bei den Weltmeisterschaften 2007, 2010 und 2011 für Deutschland spielte und insgesamt 38-mal das Trikot des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) trug, war erst im Mai vom Erstligisten Adler Mannheim in die finanzkräftige russische Liga gewechselt, deren Auftaktspiel zwischen Ufa und Mytischtschi nach Bekanntwerden des Unglücks abgebrochen wurde. Russischen Agenturberichten zufolge wies Regierungschef Wladimir Putin Verkehrsminister Igor Lewitin an, sich umgehend an die Unglücksstelle zu begeben. Es ist bereits der vierte tödliche Flugzeugabsturz in Russland in diesem Sommer, insgesamt kamen dabei mehr als 100 Menschen ums Leben.


Flugzeugabsturz in Russland StepMap


Die Verantwortlichen des DEB hatten zunächst gehofft, der deutsche Nationalspieler hätte nicht in der Maschine gesessen und versucht, über dessen Familie und Freunde nähere Informationen zu erhalten. Doch vier Stunden nach dem Absturz bestätigte das russische Zivilschutzministerium, dass sich Dietrich unter den Opfern befindet. „Das ist eine wahnsinnige Tragödie für uns alle, das ist unfassbar“, sagte DEB-Generalsekretär Franz Reindl.

Ein ähnliches Unglück ereignete sich in der Geschichte des Sports zuletzt 1961, als die komplette Eiskunstlauf-Mannschaft der USA auf dem Weg zur WM in Prag bei einem Flugzeugabsturz in der Nähe von Brüssel starb. Die Titelkämpfe wurden daraufhin abgesagt. 1949 zerschellte ein Flugzeug mit den Fußballern des AC Turin auf dem Rückflug von einem Testspiel in Lissabon an einem Berg. Alle Spieler des Teams, das viermal in Folge italienischer Meister geworden war, kamen ums Leben. Und 1958 starben acht Spieler des englischen Titelträgers Manchester United nach einer Zwischenlandung in München, als ihre Maschine beim Start ein Haus streifte und explodierte.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.