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Panorama Einjähriger Fletcher hat zweimal Blutvergiftung – und dann Leukämie
Mehr Welt Panorama Einjähriger Fletcher hat zweimal Blutvergiftung – und dann Leukämie
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07:07 06.08.2019
An guten Tagen kann der kleine Fletcher spielen - und die Krankheit rückt in den Hintergrund. Quelle: privat
London

Er ist erst ein Jahr alt – und hat schon so viel mitmachen müssen wie andere in ihrem ganzen Leben nicht. Der kleine Fletcher Smith hat sich erst durch Windpocken eine lebensgefährliche Blutvergiftung zugezogen. Nur drei Wochen später wurde bei ihm Leukämie diagnostiziert.

„Er ist immer noch ein relativ aufgeweckter und glücklicher Junge, aber durch die Chemo fühlt er sich oft krank“, sagt Vater James Smith dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Sepsis, erster Geburtstag, zweite Sepsis

Anfang Juli erkrankte der fast einjährige Fletcher an Windpocken. Seine beiden älteren Schwestern hatten die Krankheit auch – er steckte sich an. Doch innerhalb weniger Tage schwoll Fletchers Kopf an, seine Mutter brachte ihn am 3. Juli ins Krankenhaus. Dort diagnostizierten die Ärzte eine Sepsis – das Leben des Kindes war akut gefährdet.

„Sein Gesicht schwoll an wie ein Ballon. Er konnte seine Augen nicht mehr öffnen und hatte sich furchtbar gefühlt“, schreibt Kerry Smith auf einer Spendenseite. Der Junge wurde im Krankenhaus behandelt – und nach kurzer Zeit verbesserte sich sein Zustand durch Antibiotika und andere Schmerzmittel. Fletcher durfte wieder nach Hause zu seiner Familie im Süden Englands und konnte dort am 23. Juli seinen ersten Geburtstag feiern.

Die Schock-Diagnose: akute myeloische Leukämie

Doch nur wenige Tage hatte die Familie, um sich zu erholen. Denn am 25. Juli bekam Fletcher erneut starkes Fieber, die Mutter brachte ihren Sprössling wieder ins Krankenhaus – und wieder wurde eine akute Blutvergiftung festgestellt. Auch diese überlebte der Einjährige.

Doch aufgrund der Anfälligkeit des kleinen Immunsystems machten die Ärzte weitere Test, als diese nicht eindeutig waren, wurde er nach Bristol ins Kinderkrankenhaus verlegt – am Ende stand die nächste Schock-Diagnose: akute myeloische Leukämie, die hauptsächlich sehr alte Menschen bekommen. Das blutbildende System und das Knochenmark des kleinen Mannes waren angegriffen – unbehandelt führt die Erkrankung binnen weniger Wochen zum Tode.

„Als wir gehört haben, dass Fletcher Krebs hat, sind wir zusammengebrochen. Es fühlte sich an, als würde jemand auf meiner Brust herumtrampeln“, sagt Mama Kerry Smith der „Daily Mail“.

Mutter lebt mit Sohn im Krankenhaus, Vater mit Töchtern zu Hause

Der kleine Kämpfer hatte inzwischen – noch immer mit Windpocken-Überresten im Gesicht – bereits seine erste Chemotherapie, weitere Behandlungen werden folgen. In den nächsten sieben Monaten wird Fletcher im Kinderkrankenhaus in Bristol leben, zusammen mit seiner Mama. Papa James bleibt mit den beiden Schwestern des Jungen, der fünfjährigen Olivia und der dreijährigen Florence, im 65 Kilometer entfernten Zuhause der Familie.

Die nächsten Monate wird Fletcher im Krankenhaus verbringen. Quelle: privat

„Es ist schlimm nicht zu wissen, ob wir unseren Jungen am Ende dieser Zeit noch haben werden“, sagt Kerry Smith. Selbst bei vorher gesunden Erwachsenen beträgt die Überlebenschance im Schnitt 70 Prozent. Bisher leidet Fletcher enorm unter der Chemo-Behandlung, er hat starke Schmerzen, sein Herz schlägt unregelmäßig. Mama Kerry und Papa James Smith sitzen daher bei jeder Chemo-Dosis an seiner Seite.

„Er hat am Dienstag die erste Runde überstanden, die ersten zehn Tage“, sagt sein Vater dem RND. „Sein Mund wird langsam wund und seine Haare fallen aus – und es wird noch schlimmer für ihn kommen“. Die Familie fokussiere sich auf das wichtige: Die Hoffnung, dass das Kind durch die schmerzhafte Behandlung überlebt.

Vater gibt Job für Familie auf – finanzielle Not

„Er hat Tage, an denen er sehr glücklich ist, aufrecht sitzt und spielt – und dann vergessen wir fast, was gerade passiert. Aber er hat auch schlechte Tage und ich fühle mich wie erschlagen“, sagt Kerry Smith der „Daily Mail“. Sie habe noch gar nicht realisiert, was gerade passiere – es sei zu viel auf einmal. Vater James Smith berichtet dem RND, dass Ärzte und Krankenschwestern sich bereits in den Jungen verliebt hätten. „Er lacht immerzu und brabbelt mit dem Personal.“

Der Vater hat seinen Job als Elektriker aufgegeben, um ganz für seine Familie da zu sein. Er versorgt die Töchter und pendelt zwischen dem Wohnort und der Klinik, um auch seine Frau und seinen Sohn zu unterstützen. Finanziell ist das schwierig für die Familie – immerhin wollen die Ausgaben für Lebensunterhalt gedeckt sein und die Bank ließ nicht zu, dass die Hypothek auf das Haus erst einmal ausgesetzt wird.

Deshalb rief die Familie eine Spendenaktion ins Leben. Auf Facebook haben Freunde verschiedene Projekte gestartet, auch über die Crowdfunding-Plattform GoFundMe kann der Familie geholfen werden. Die Aufmerksam nutzt Vater James Smith auch, um auf das Schicksal seines Jungen und das anderer erkrankten Kinder hinzuweisen: „So können wir vielleicht auch anderen helfen“, sagt er gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Von RND/msk

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