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18:27 09.11.2011
Foto: Die eingeschneiten Franzosen am Montblanc sind tot.
Die eingeschneiten Franzosen am Montblanc sind tot. Quelle: dpa
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Rom/Paris

Die vor einer Woche im Montblanc-Massiv eingeschneiten Bergsteiger sind tot. Eine Hubschrauberbesatzung entdeckte einen roten Anorak und fand die beiden am Mittwoch bewegungslos in rund 4050 Metern Höhe. Ein Notarzt konnte wenig später nur noch ihren Tod feststellen, teilten die Rettungskräfte mit.

Nach Einschätzung italienischer Unfallermittler starben die beiden Franzosen bereits zwischen Samstag und Sonntag, wie Medien in Rom berichteten. Zu dieser Zeit tobte am höchsten Bergmassiv der Alpen ein heftiger Schneesturm mit Temperaturen von bis zu Minus 30 Grad.

Die beiden Franzosen - ein 47-jähriger Bergführer und eine 44 Jahre alte Bergsteigerin aus Paris - waren bereits am Mittwoch vergangener Woche unterhalb der 4208 Meter hohen Walker-Spitze von schlechtem Wetter überrascht worden und konnten nicht mehr zurückkehren. Ein Handy-Kontakt mit dem Bergführer brach am Freitag ab, nachdem die Batterie erschöpft war. Zahlreiche Rettungsversuche von französischer und italienischer Seite scheiterten in den vergangenen Tagen wegen des schlechten Wetters.

In den letzten Anrufen berichteten die beiden Alpinisten, sie hätten sich zum Schutz gegen die Kälte und den starken Wind ein Schneeloch gegraben. Am Fundort der Leichen gab es am Mittwoch allerdings keine Hinweise auf eine solche Höhle. Vermutlich habe das Duo nach dem letzten Telefonkontakt versucht, weiter abzusteigen, hieß es. Die Franzosen waren nach italienischen Medienberichten unter einer Schneedecke von knapp 30 Zentimetern begraben.

Die französische Hochgebirgs-Gendarmerie in Chamonix berichtete auf einer Pressekonferenz, der Wind des Helikopterrotors habe den Schnee aufgewirbelt und so die Entdeckung der auf ihren Seilen sitzenden Leichen ermöglicht. Beide waren aneinandergebunden und mit Haken an einer Felswand gesichert.

Der Mann und die Frau galten als sehr erfahrene und besonnene Bergsteiger. Nach einem Aufstieg durch die als sehr steil und vereist geltende „Le Linceul“-Rinne (deutsch: Leichentuch) waren sie nach französischen Medienberichten beim Abstieg auf der italienischen Seite vom Wetterumschwung überrascht wurden. In seinem letzten Anruf am vergangenen Freitag hatte der Bergführer noch gesagt, dass die Stimmung gut sei und auch ihr Stövchen noch funktioniere.

Hoffnungen hatte den Rettungskräften bis zuletzt das „Wunder von 1971“ gemacht. Damals hatte der französische Bergsteiger René Desmaison an fast derselben Stelle ganze 15 Tage in Eis und Schnee überlebt. Allerdings konnte Desmaisons Begleiter Serge Gousseault nicht lebend gerettet werden.

dpa

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