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08:58 05.07.2013
Schlank und rank: Die Barbie mit "normalen" Proportionen steht dem Original in nichts nach. Quelle: Nickolay Lamm
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Hannover

Und auf ihren im Verhältnis zur Körpergröße viel zu kleinen Füßen könnte Barbie kaum stehen. Kurzum: An Barbies Körperbau ist alles verkehrt, was an einem Körper nur verkehrt sein kann. Und doch ist sie nach Angaben des US-amerikanischen Spielzeugherstellers Mattel die meistverkaufte Puppe der Welt. Alle lieben Barbie.

Nun hat der US-amerikanische Künstler Nickolay Lamm eine Barbie entworfen, die den Maßen einer durchschnittlichen 19-jährigen US-Amerikanerin entspricht, die nur 1,63 Meter misst und auch um einiges kräftiger ist als das Original. Das Ergebnis: Lamms Barbie hat weiblichere Kurven. Ihr Hüftumfang ist größer, und sie hat ein breiteres Kreuz. Auch ihr Hals ist nicht so lang und dünn wie der des Originals. Die Füße sind größer, die Fesseln breiter, und die Augen passen besser in ein runderes Gesicht. Ja, Lamms Puppe traut man ein Leben auf diesem Planeten zu.

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In einem Internet-Blog zeigt Lamm die Bilder seiner Puppe, die er zunächst am Computer simuliert hat. Anschließend nutzte er einen 3-D-Drucker zur Herstellung des Körpers. Bei Haaren, Make-up und Kleidung habe er das Original bewusst imitiert – „damit der Unterschied zwischen beiden deutlich wird“, sagt er.

Die Kritik am Körperbau der Puppe, die Mattel im Jahr 1959 auf einer New Yorker Spielzeugmesse erstmals vorstellte, ist nicht neu. Eigentlich ist sie so alt, wie die Puppe selbst. Wurde Barbie zunächst nur in einen Bikini gesteckt, reagierte der Hersteller bald auf die Kritik am Frauenbild und produzierte die Puppe zu verschiedenen Themen. 1960 war sie Modedesignerin, 1961 eine Stewardess. Dann Ballerina, Krankenschwester, Polizistin oder Tierärztin. Während des ersten Golfkrieges entdeckte die Plastikblondine ihre harte Seite als Pilotin eines Kampfjets, später gab es Barbie auch als Präsidentschaftskandidatin. Mattel steckte sie also auch in Männerberufe. Eine vermeintliche Emanzipation, denn auch wenn die Kostüme wechselten: Mit den überlangen Beinen, dem flachen Bauch und dem wallenden blonden Haar bleibt das Bild vom überproportionierten Männertraum. Und damit auch die Kritik, dass junge Mädchen durch das Streben nach einem Körper wie Barbie eine Essstörung erleiden.

Lamm haben diese Bedenken zur Fertigung seiner Puppe gebracht. „Ich will durch meine Puppe einen neuen Blick auf Barbies bieten“, sagt er. Im Internet-Blog, in dem die Bilder zu sehen sind, stößt Lamms neue Puppe auf geteiltes Echo. Die einen stimmen dem Künstler zu, teilen seine Meinung, dass Mattels Barbie  kein Schönheitsideal sein darf. Andere wiederum verstehen die Aufregung um eine Puppe einfach nicht.

Kinder interessiert es vermutlich wenig, ob ihre Puppe auch im echten Leben existieren könnte. Für sie ist sie nur eine Puppe. Dass Mattel Lamms Puppe baut, davon geht er nicht aus. „Sie haben ihr Modell, und das ist für sie profitabel“, sagt er. Für den Hersteller gebe es keinen Grund etwas an seiner Barbie zu ändern. Ist doch die Puppe für Mattel perfekt so wie sie ist.

Felix Klabe

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