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Panorama Ein Toter bei traditioneller Stierjagd in Pamplona
Mehr Welt Panorama Ein Toter bei traditioneller Stierjagd in Pamplona
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16:21 10.07.2009
Während des San Fermin Festivals werden jeden Tag Stiere durch die Straßen zur Arena getrieben. Quelle: Pedro Armestre/afp
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Das gaben die Organisatoren des Festivals von San Fermin am Freitag bekannt. Bei der besonders dramatischen Jagd wurden mehrere weitere Männer verletzt.

Der junge Mann wurde von dem Stier „Capuchino“ mit den Hörnern erfasst und in die Luft gewirbelt, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Augenzeugen des Geschehens hielten das Tier am Schwanz fest, um es von dem Verwundeten fernzuhalten. Andere Teilnehmer des Rennens flohen vor dem Bullen, indem sie über die hölzernen Absperrungen des Parcours sprangen.

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Die Wunden des 27-Jährigen seien tödlich gewesen, sagte Esther Vila vom Krankenhaus in Navarra vor Journalisten. „Wir konnten ihn nicht retten.“ Der Spanier ist seit sechs Jahren das erste Todesopfer der Stierjagd, zuletzt war 2003 ein Spanier nach einem Schädelbruch ins Koma gefallen und gestorben. Seit 1911 ließen bei der Stierhatz damit 15 Menschen ihr Leben. Die Stadt Pamplona hat in den vergangenen Jahren die Sicherheitsvorschriften immer wieder verschärft, um zu verhindern, dass betrunkene oder übermüdete Männer an den Start gehen.

Das Rennen am Freitagmorgen, an dem hunderte Läufer teilnahmen, war den Angaben zufolge besonders gefährlich. Auch ein 24-jähriger Argentinier, ein 20-jähriger Brite und ein 27-jähriger Spanier wurden von Stierhörnern leicht verletzt. Etwa ein halbes Dutzend weiterer Männer zog sich bei Stürzen Verletzungen zu. Ein 61-jähriger US-Bürger wurde im Krankenhaus auf der Intensivstation behandelt. Ein 63-jähriger Mann aus den USA brach sich bei einem Sturz den Ellenbogen.

Das Stiertreiben findet bis kommenden Dienstag jeden Morgen statt. Dabei werden sechs Bullen auf einen 825 Meter langen Parcours geschickt, bis zu 2000 hauptsächlich männliche Teilnehmer laufen vor ihnen her und versuchen, sich nicht erwischen zu lassen. Zum Festival von San Fermin gehören auch allabendliche Stierkämpfe. Am Donnerstag war dabei der Torrero „El Cid“ von einem Stier mit den Hörnern am Bein und am Hoden verletzt worden. Tierschützer kritisieren die Veranstaltung.

Berühmt wurde der Encierro vor allem durch Ernest Hemingway, der dem Ereignis in seinem Roman „Fiesta“ ein literarisches Denkmal setzte. Besonders junge Männer aus angelsächsischen Ländern fühlen sich auf Hemingways Spuren alljährlich von dem gefährlichen Ritual angezogen. Der Schriftsteller nahm selber jahrelang am Encierro teil.

afp