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Panorama Ein Seestern für die Ostsee
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13:40 11.05.2012
Noch ist es eine Computersimulation: Der geplante Seestern bei Nienhagen. Quelle: privat
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Nienhagen

Allerdings für die Forschung und in deutlich kleinerem Ausmaß: Die Landesforschungsanstalt für Fischerei und der Verein „Baltic Reef“ wollen dort eine gigantische Meeresplattform in Form eines Seesternes ins Meer bauen.

An Bord: Ein Wissenschaftszentrum für Besucher, ein Hotel, eine Tauchgondel und Labore für Wissenschaftler. „Wir wollen ein Wahrzeichen für ganz Deutschland schaffen und den Menschen das Meer näher bringen“, sagt Uwe Friedrich, Sprecher des Vereins. Das Konzept ist fertig, die weltweite Suche nach Investoren läuft. Nach ersten Schätzungen würde der Bau 190 Millionen Euro kosten.

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Der Seestern soll über dem 1994 angelegten künstlichen Riff in der Ostsee vor Nienhagen entstehen und mindestens eine halbe Million Besucher pro Jahr anlocken. Kernstück würde das geplante Wissenschafts- und Erlebniszentrum sein: „Wir wollen den Besuchern der Plattform das Meer und seine Bewohner multimedial erklären“, sagt Uwe Friedrich.

Den Seestern, dessen fünf Arme jeweils 70 Meter lang sein sollen, würden Besucher trockenen Fußes erreichen – über eine Seilbahn vom Ufer aus. Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns ist von der Idee offenbar begeistert: „Das Umweltministerium hat über sein Institut für Fischerei die Machbarkeitsstudie für den „Seestern“ schließlich in Auftrag gegeben“, sagt Landwirtschafsminister Till Backhaus (SPD). „Das Projekt würde die Region touristisch weiter aufwerten. Für die Frage der finanziellen und ideellen Unterstützung ist es jetzt wichtig, dass ein konkreter Investor seine Pläne der Landesregierung präsentiert.“

In der fast 180.000 Euro teuren Machbarkeitsstudie, die nach Angaben des Umweltministeriums Mecklenburg-Vorpommerns vom Land und der EU finanziert wurde, gehen die Planer von durchschnittlich 1400 Gästen am Tag aus. An Spitzentagen sollen es 5000 sein. Der Eintrittspreis für die Wissenschaftsschau und die Erlebniswelt auf dem Meer soll 19 Euro pro Person kosten. Nach 20 Jahren hätte sich die 190-Millionen-Euro-Investition amortisiert – allerdings sind Unterhalts-, Sanierungs- und Personalkosten in dieser Rechnung noch nicht enthalten.

Seit Monaten sind Uwe Friedrich vom Verein „Baltic Reef“ und seine Mitstreiter bereits auf Werbetour. Potenzielle Investoren aus dem Nahen Osten und auch aus Australien stünden bereit, sagt der Unternehmer. Unter anderem habe ein Geschäftsmann aus Kuwait Interesse an dem Großprojekt. „Wir suchen jetzt zunächst eine Bank, die ein Finanzierungskonzept aufstellt.“ Geht alles nach Plan, ist der „Seestern“ 2020 fertig.“

Andreas Meyer

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