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Panorama Fahren wir nun durch – oder nicht?
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17:18 06.06.2016
Seltenes Naturschauspiel: Ein Doppeltornado zog am Sonntagabend über Schleswig-Holstein. Schäden entstanden keine. Quelle: Britta Lieske /dpa
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Schuby

Eine Serie kleiner Tornados hat in Schleswig-Holstein für Aufregung gesorgt. Die Wirbelstürme entwickelten sich am Sonntag nach Angaben von Meteorologen entlang einer Gewitterlinie, die sich westlich von Flensburg bis nach Hamburg erstreckte. Die Unwetter verursachten keine Schäden, wie die Polizeidienststelle am Montag mitteilte.

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Zahlreiche Augenzeugen des Wetterphänomens stellten aber Bilder und Videos ins Internet. Unter anderem auch ein Pärchen aus Schuby: Zunächst noch fasziniert von dem Naturschauspiel, geraten der Mann und die Frau – je näher der Tornado kommt – immer mehr in Streit.

Aus Abenteuerlust wird Angst

Während er mit den Worten "Alter, leck mich fett. Was geht'n hier ab?!?" am liebsten durch den dunkelgrauen Sturmwirbel hindurchfahren würde, legt sie festentschlossen den Rückwärtsgang ein. Es folgt ein kurzer verbaler Schlagabtausch. Er: "Das ist doch nur Regen und ein bisschen Wind." Sie: "Das ist eine Naturkatastrophe!".

Als schließlich die Rotorblätter eines nahestehendes Windrades doch recht bedenklich zu zittern anfangen, tritt das Pärchen doch den Rückzug an. Die Aufnahmen, die während des Wortgefechts entstanden sind, dürften für hiesige Breitengerade in jedem Fall atemberaubend sein. Das Video sehen Sie hier.

Erstaunlich: Dem "Spiegel" gegenüber sagte Amateurfilmer Daniel Thomsen, der das Video im Netz hochgeladen hatte, dass es ursprünglich die Idee seiner Feundin gewesen sei, durch den Wirbelsturm zu fahren. Als der Tornado immer näher kam, habe sie dann aber doch Angst bekommen und ihn mehrfach aufgefordert, wieder ins Auto zu steigen. Erst als sie den Motor angelassen habe und leicht rückwärts gefahren sei, sei er schließlich doch schnell auf den Beifahrersitz gesprungen. 

Nur ein kurzzeitiges Phänomen

Tornados sind im Zusammenhang mit Sommergewittern nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes im Norden nicht ungewöhnlich. Sie werden von großen Druckunterschieden verursacht. Anders als bei den über größere Strecken wandernden Tornados in den USA trete das Phänomen nur plötzlich und kurzzeitig am Rand von Gewitterzonen auf. Daher sei eine Vorhersage praktisch unmöglich.

Der DWD warnte für den Montagabend und die Nacht vor zum Teil kräftigen Gewittern besonders in der Region zwischen Nordfriesland und der Elbemündung.

dpa/RND/caro

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