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Panorama EU will Konsequenzen aus dem Pferdefleisch-Skandal ziehen
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11:20 15.02.2013
Lisa Merscher bereitet im Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt in Münster die DNA-Isolierung einer Fleischprobe vor. Im Pferdefleisch-Skandal werden derzeit drei Proben aus verdächtiger Lasagne untersucht. Quelle: dpa
Brüssel/Berlin

Nach dem Bekanntwerden des Pferdefleisch-Skandals wollen die EU-Staaten am Freitag in Brüssel über die Einführung von europaweiten Gentests für verarbeitetes Rindfleisch entscheiden. Mit den Tests sollen die Aufsichtsbehörden feststellen, ob es sich bei den Proben um falsch deklariertes Pferdefleisch handelt. Unterdessen geht auch die Suche deutscher Behörden nach falsch deklarierten Fleischprodukten weiter. In zahlreichen Bundesländern wurden bereits tausende Tiefkühlprodukte aus den Regalen genommen.

Die Metro-Tochter Real und die Supermarktkette Edeka haben bereits Fertiggerichten mit Pferdefleisch entdeckt, die eigentlich nur Rind enthalten sollten. Kaiser's Tengelmann rechnet für den heutigen Freitag mit Ergebnissen der eigenen Analysen für die aus dem Verkauf genommene A&P-Tiefkühllasagne.

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hat die Justizbehörden zu Ermittlungen aufgefordert. Wichtig sei auch, dass alle falsch gekennzeichneten Produkte schnell vom Markt genommen und Proben in den Labors gründlich untersucht werden, auch auf Arzneimittelrückstände, sagte Aigner der „Saarbrücker Zeitung“ (Freitag).

In London gab es erste Hinweise auf Rückstände von Medikamenten in Pferdefleisch. Im Zusammenhang mit dem Lebensmittelbetrug wurden in Großbritannien drei Männer festgenommen. Nach Erkenntnissen französischer Ermittler hat der Lebensmittelhändler Spanghero wissentlich tonnenweise als Rind gekennzeichnetes Pferdefleisch vertrieben.

Nach dem Brüssler EU-Beschluss könnten es die ersten 2500 Gentests im März geben, etwa 200 davon in Deutschland. Ergebnisse sollen EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg zufolge Mitte April veröffentlicht werden.

Um sicherzustellen, dass Verbraucher kein mit Medikamente verseuchtes Fleisch zu sich nehmen, schlägt die EU-Kommission eine weitere Testreihe vor. Dabei sollen die Behörden Pferdefleisch auf mögliche Rückstände des Medikaments Phenylbutazon untersuchen. Das Mittel wird bei Pferden gegen Entzündungen eingesetzt. Es gilt auch als Doping-Mittel im Pferdesport. 1500 in die EU eingeführte Pferdekadaver sollten untersucht werden, zudem 2500 in Europa geschlachtete Tiere.

dpa

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