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Panorama Dutzende Vermisste nach Schiffsunglück im Mittelmeer
Mehr Welt Panorama Dutzende Vermisste nach Schiffsunglück im Mittelmeer
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18:00 18.12.2009
Rettungskräfte kümmern sich in Tripoli um Überlebende. Quelle: afp
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Nach einem Schiffsunglück vor der Küste des Libanon haben Helfer in einer dramatischen Rettungsaktion nach rund 40 Vermissten gesucht. 38 Überlebende und vier Tote wurden nach Behördenangaben am Freitag nach dem Untergang des Frachters „Danny F II“ geborgen. Die deutsche Marine unterstützte den durch hohe Wellen erschwerten Rettungseinsatz als Teil der im Libanon stationierten UN-Friedenstruppe UNIFIL.

Deutsche Soldaten retteten 26 Überlebende aus dem Mittelmeer, wie ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam sagte. Ein Sprecher der libanesischen Armee sagte, insgesamt seien 38 der insgesamt 82 Menschen an Bord gerettet und vier Leichen geborgen worden. Rund 40 weitere Menschen wurden demnach noch vermisst.

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30 Gerettete wurden auf Booten in die libanesische Hafenstadt Tripoli gebracht, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Weitere acht, die unter extremer Erschöpfung litten, wurden per Hubschrauber an Land gebracht. Die meisten Geretteten stammten aus Pakistan und den Philippinen, auch ein Ukrainer stand auf der Liste.

„Als ich ins Wasser gesprungen bin, hatte ich keine Schwimmweste, weil ich keine finden konnte“, sagte einer der Überlebenden, ein Philippiner namens Jonathan. Da die Wellen sehr hoch gewesen seien, sei er in Panik geraten. „Ich dachte, ich sterbe“, berichtete der Überlebende mit einem schwachen Lächeln. Nach Angaben des libanesischen Armeesprechers war es den meisten Menschen an Bord des Frachters gelungen, sich rechtzeitig eine Schwimmweste überzuziehen. Es wurde jedoch befürchtet, dass die bis zu drei Meter hohen Wellen sie weit vom Unglücksort wegspülten.

Der Frachter „Danny F II“ war auf dem Weg von Uruguay nach Syrien in Seenot geraten. Er setzte einen Notruf ab und änderte seinen Kurs, um die libanesische Hauptstadt Beirut zu erreichen. In der Nacht zu Freitag sank das Schiff gut 20 Kilometer vor Tripoli. Ein geretteter Philippiner berichtete, der britische Kapitän der „Danny F II“ habe Alarm geschlagen und alle aufgefordert, ins Wasser zu springen. Etwa zehn Minuten später sei das Schiff zur Seite gekippt und dann mit dem Kapitän an Bord gesunken.

An Bord befanden sich nach Angaben der in Montevideo ansässigen Reederei des Unglücksschiffes 76 Besatzungsmitglieder sowie sechs Passagiere, die aus Uruguay, Brasilien und Australien stammen. Die Fracht des Schiffes bestand aus rund 10.000 Schafen und 18.000 Rindern.

UNIFIL-Sprecherin Andrea Tenenti sagte, die Suche nach Überlebenden werde fortgesetzt. Allerdings sei das Wetter sehr schlecht. Der Einsatz wurde auf die internationalen Gewässer vor Syrien ausgedehnt. An der Suche beteiligten sich neun libanesische Schiffe, syrische Boote sowie drei UNIFIL-Schiffe, darunter der deutsche Marinetender „Mosel“ und das Minenjagdboot „Laboe“. Zudem war am Donnerstagabend ein britischer Rettungshubschrauber von Zypern aus zu der Unglücksstelle geflogen.

afp