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Panorama Dresden muss mit Verlust des Welterbetitels rechnen
Mehr Welt Panorama Dresden muss mit Verlust des Welterbetitels rechnen
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12:24 19.06.2009
Die Frauenkirche in Dresden. Quelle: Uwe Meinhold/ddp

Seit drei Jahren schon steht die einzigartige Kulturlandschaft wegen des Baus der Waldschlößchenbrücke auf der Roten Liste des gefährdeten Weltkulturguts. Dass die UNESCO Dresden nochmals eine Galgenfrist gewährt und die Entscheidung vertagt, wie die Stadt hofft, ist eher unwahrscheinlich. Chancen auf Aufnahme in die Welterbeliste haben indes das Wattenmeer und das Schloss Schwetzingen.

Das idyllische Elbtal bei Dresden mit seinen Wiesen und historischen Bauten aus Renaissance und Barock schaffte im Jahr 2004 den Sprung auf die renommierte Welterbeliste. Doch nur zwei Jahre später fand sich die Stätte auf der Roten Liste wieder. Grund ist der Bau einer 600 Meter langen vierspurigen Elbbrücke, die nach Ansicht der Kulturorganisation der Vereinten Nationen den einzigartigen Blick auf die barocke Dresdner Altstadt samt Frauenkirche, Semperoper und der prachtvollen Uferpromenade stört.

Mit zahlreichen Klagen versuchten Naturschutzverbände, den Brückenbau zu verhindern, doch ohne Erfolg. Auf ihrer Sitzung im vergangenen Jahr setzte die UNESCO der Stadt dann noch einmal eine Frist, um den Bau zu stoppen. Andernfalls werde „das Elbtal 2009 von der Liste gestrichen“, erklärte die Organisation damals und signalisierte zugleich, dass der Bau eines Tunnels den Titel retten könnte.

Doch Dresden und der Freistaat Sachsen sehen sich außerstande, den rund 160 Millionen teuren Brückenbau zu stoppen. Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) beruft sich auch auf eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts, das im Februar Bedenken gegen einen Tunnel vorgebracht hatte, weil dies ebenso Folgen für die Tier- und Pflanzenwelt hätte. Orosz, die persönlich nach Sevilla fahren will, hofft auf eine Vertagung der Entscheidung bis zum Ende des Brückenbaus. Die UNESCO wird am Dienstag oder Mittwoch entscheiden.

Ein Votum gegen das Elbtal wäre nicht nur ein Imageschaden für Dresden, sondern auch für Deutschland als Unterzeichner der Welterbe-Konvention. Es wäre erst das zweite Mal, dass ein Welterbestatus wieder aberkannt wird - nach der Streichung des Titels für ein Wüstenschutzgebiet im Oman.

Während Dresden die Streichung von der Welterbeliste fürchten muss, sind das Schloss Schwetzingen und das Wattenmeer Kandidaten für die Aufnahme. Das Wattenmeer der Nordsee ist eine der letzten ursprünglichen Naturlandschaften Mitteleuropas und gilt als weltweit einzigartig. Es ist nicht nur Lebensraum für Kegelrobben, Seehunde und tausende andere Tier- und Pflanzenarten. Jedes Jahr rasten dort zehn bis zwölf Millionen Zugvögel auf ihrem Weg aus dem Norden zu den Überwinterungsplätzen im Süden. Deutschland und die Niederlande haben gemeinsam die Aufnahme des Wattenmeers als Weltnaturerbe beantragt. Das Gebiet umfasst eine Fläche von rund 9700 Quadratkilometern.

Schloss Schwetzingen in Baden-Württemberg gilt als herausragendes Beispiel einer kurfürstlichen Sommerresidenz des 18. Jahrhunderts. Seine Blütezeit erlebte Schwetzingen unter Kurfürst Carl Theodor (1724-1799), einem der bedeutendsten deutschen Fürsten am Übergang vom Absolutismus zur Aufklärung. Der Schlossgarten gilt zudem als Gartendenkmal von europäischem Rang. Eine Besonderheit der Anlage ist das letzte erhaltene Beispiel einer „Gartenmoschee“ in Europa.

Nicht zuletzt will die Stadt Aachen den Weltkulturerbe-Status, der dem Dom 1978 als erstem deutschen Baudenkmal zuerkannt wurde, nun auch auf das Rathaus ausweiten lassen. Ein entsprechender Antrag liegt der UNESCO vor.

afp

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