Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Dreijähriger wartet acht Stunden auf Operation in Klinikum
Mehr Welt Panorama Dreijähriger wartet acht Stunden auf Operation in Klinikum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:53 12.10.2021
Der dreijährige Carl Hanno mit seinem Vater Wilken Holzhausen.
Der dreijährige Carl Hanno mit seinem Vater Wilken Holzhausen. Quelle: Cornelia Meerkatz
Anzeige
Greifswald

Wegen einer schweren Hand­verletzung musste ein drei Jahre alter Junge aus der Nähe von Wolgast (Mecklen­burg-Vor­pom­mern) am Sonn­tag kurz­fristig operiert werden. Das Warten auf die OP im Uni­klinikum Greifs­wald entwickelte sich allerdings zur Gedulds­probe, wie der Vater des Kindes der „Ostsee-Zeitung“ berichtete. Erst nach acht Stunden und einer Eskalation der Situation sei der Junge schließ­lich operiert worden.

Der drei­jährige Carl Hanno hatte sich am Sonn­tag an einem Gegen­stand aus Metall tiefe Schnitt­wunden zugezogen, ein Kranken­wagen brachte Vater und Sohn zunächst ins Kranken­haus Wolgast. Dort entschieden Ärzte, dass der Junge unter Voll­narkose im Uni­klinikum Greifs­wald operiert werden müsste. Dort trafen beide gegen 10.30 Uhr ein, wie Vater Wilken Holz­hausen der Zeitung berichtete.

Da der Junge gegen 8 Uhr gefrüh­stückt hatte, brauche es noch einige Zeit, bis die Nahrung verdaut sei, erst dann könne eine Voll­narkose vorgenommen werden, sei ihm mitgeteilt worden. Zudem seien gerade die beiden zur Verfügung stehenden OP-Säle belegt. „Mir wurde als Zeit für die OP gegen 14 Uhr genannt. Das habe ich verstanden, dass ich so lange warten muss, auch wenn mein Carl Hanno inzwischen großen Hunger und auch Durst bekam und es schwer war, den Knirps immer wieder zu vertrösten“, so Holz­hausen.

Klinikum räumt Fehler ein

14 Uhr verstrich aller­dings, es wurde 16 und dann 17 Uhr – die Familie sei immer wieder vertröstet worden. „Ich war so wütend“, schilderte Holz­hausen der „Ostsee-Zeitung“. Seinen Unmut habe er dann auch laut­stark deut­lich gemacht, die Zeitung noch aus dem Kranken­haus infor­miert und nach dem ärztlichen Direktor verlangt. Das habe Wirkung gezeigt – keine zehn Minuten später konnte er seinen inzwischen schlafenden Sohn Richtung OP tragen. „Aber es kann doch nicht sein, dass erst reagiert wird, wenn man die Presse beziehungs­weise die Klinik­leitung einschaltet“, sagt der 33-Jährige.

Die Greifs­walder Uni­medizin bedauert die lange Warte­zeit für den Jungen. Es habe am Sonn­tag allerdings mehrere Notfall­operationen gegeben, die eine zweifels­frei höhere Eile erfordert hätten. Es sei der Klinik aber bewusst, „dass das Zusammen­spiel mindes­tens unglück­lich war. Wir bitten die Eltern um Entschul­digung und versichern, dass wir weiter aus solchen Hinweisen lernen werden, um stets noch etwas besser zu werden“, so Sprecher Christian Arns.

Mehr zum Thema

Lava nähert sich Häusern: Hunderte Menschen auf La Palma evakuiert

Vermisste achtjährige Julia lebend gefunden: „Kommt einem Wunder gleich“

Erneutes Erdbeben vor der griechischen Insel Kreta

Immerhin: Carl Hanno ist inzwischen wieder zu Hause. „Wird wieder heil“, sagte der Drei­jährige der „Ostsee-Zeitung“.

RND/seb

Der Artikel "Dreijähriger wartet acht Stunden auf Operation in Klinikum" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.