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Panorama Dreifachmord auf Schießstand in Sachsen-Anhalt
Mehr Welt Panorama Dreifachmord auf Schießstand in Sachsen-Anhalt
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11:37 05.03.2011
Ein Wachmann hat auf einem Schießstand in Genthin mehrere Leichen gefunden. Quelle: dpa
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Am Maschendrahtzaun hängt ein gelbes, zerbeultes Schild. „Schießstand. Betreten verboten“ steht darauf. Auf dem dahinter gelegenen Freiluftschießstand der Jägerschaft Genthin in Sachsen-Anhalt sind am Donnerstag drei Menschen gestorben. Sie wurden erschossen – auf einem weitläufigen Gelände, das nur etwa 600 Meter vom Genthiner Ortsteil Hüttermühle, einem Imbiss und einem Autohaus entfernt liegt.

Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler tötete ein 28-Jähriger die drei Menschen – und sich daraufhin wohl selbst. Eine Leiche, mit größter Wahrscheinlichkeit die des 28-Jährigen, wurde am Freitagmittag bei Haldensleben neben einem Auto gefunden, rund 75 Kilometer von dem Schießstand entfernt. Ob der Mann tatsächlich der mutmaßliche Dreifachmörder von Genthin ist, steht laut Staatsanwaltschaft erst in der kommenden Woche sicher fest.

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Bei den auf der Anlage gefundenen Toten handelt es sich um eine 44-jährige Frau und deren 25-jährigen Sohn. Beide kommen aus der Stadt Brandenburg im benachbarten Bundesland Brandenburg, der junge Mann kam häufiger zum Schießen nach Genthin. Auch der 62 Jahre alte Schießwart starb. „Wir wissen, dass die Opfer auf dem Gelände erschossen wurden und dass es nicht Tage, sondern nur Stunden her ist“, sagt Polizeisprecher Thomas Kriebitzsch am Freitagmorgen. Über das Motiv der Tat gibt es keine Klarheit. Vermutet wird, dass Täter und Opfer sich kannten. Spekulationen über ein Familiendrama oder eine Beziehungstat machen die Runde.

Allzu große Hoffnungen auf weitere Hinweise aus dem nahe gelegenen Wohngebiet hat die Polizei nicht: Der Knall von Schüssen gehört hier zur Normalität. „Das Gelände ist doch riesig“, sagt ein Handwerker aus der Region, der sich am nahegelegenen Imbiss einen Kaffee gönnt und auf das Waldstück blickt. „Das war doch alles geplant“, vermutet er. „Wie im Krimi. Der hat die da hinbestellt und dann ermordet.“

Der Notruf geht am Donnerstag um 22.45 Uhr bei der zuständigen Dienststelle ein. „Hier liegen drei leblose Personen“, waren nach Aussage von Polizeisprecher Kriebitzsch die Worte, mit denen sich ein Wachmann während seines Kontrollgangs meldete. Mit Hubschrauber und Suchhunden wurde das Gelände abgesucht, Spezialisten des Landeskriminalamtes sicherten Spuren.

Nach Zeugenbefragungen geriet der 28-Jährige in das Visier der Ermittler. Stundenlang wurde nach dem Mann und seinem Auto gesucht. Am Freitagmittag wurde seine Leiche schließlich in der Nähe von Bülstringen am Rande einer Landstraße von einem Passanten entdeckt. Neben dem Toten lag die Pistole.m Auto gefunden, rund 75 Kilometer von dem Schießstand entfernt. Ob der Mann tatsächlich der mutmaßliche Dreifachmörder von Genthin ist, steht laut Staatsanwaltschaft erst in der kommenden Woche sicher fest.

Sabrina Gorges