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Panorama Doppelmord an Teenagern in Bodenfelde ist aufgeklärt
Mehr Welt Panorama Doppelmord an Teenagern in Bodenfelde ist aufgeklärt
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18:33 24.11.2010
Bisher schwieg der Tatverdächtige. Der Verteidiger habe aber angekündigt, Jan O. wolle ein Geständnis ablegen. Quelle: dpa
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Der Mord an zwei Jugendlichen aus dem niedersächsischen Bodenfelde ist aufgeklärt. Der 26 Jahre alte mutmaßliche Täter sitzt seit Dienstag wegen des Verdachts des zweifachen Mordes aus Mordlust in Untersuchungshaft sitzt. Er habe bisher zu den Vorwürfen geschwiegen. Das Geständnis des mutmaßlichen Doppelmörders von Bodenfelde soll aber am Freitag vorliegen. Das sagte Rechtsanwalt Markus Fischer am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. Der 26-Jährige wolle sein Gewissen erleichtern. „Ich gehe davon aus, dass wir dieses Geständnis am Freitag vorlegen werden“. Der mutmaßlich psychisch kranke Tatverdächtige hat bisher zu den Vorwürfen geschwiegen.

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Es gebe keinen Hinweis darauf, dass der Mann die beiden Jugendlichen aus dem kleinen Ort an der Oberweser vor den Taten kannte, sagte Northeims Kripochef Andreas Borchert. Dass Nina und Tobias ermordet wurden, war wahrscheinlich ein schrecklicher Zufall.

Der Vater des Verdächtigen sagte der „Allgemeinen Zeitung Uelzen“ (Donnerstag): „Ja, ich kann mir vorstellen, dass es Jan war.“ Seit fünf Jahren habe er keinen Kontakt mehr zu ihm. „Ich bin zerbrochen an meinem Sohn.“ Seit der zweiten Klasse habe es Ärger mit ihm gegeben.

Der tatverdächtige Jan O. soll die 14-jährige Nina am Montag oder Dienstag vergangener Woche und den 13 Jahre alten Tobias am vergangenen Samstag getötet haben. In beiden Fällen habe er die Opfer erwürgt und erstochen, sagte Kriminaldirektor Borchert. „Die Details erspare ich mir.“

Dass die Jugendlichen sexuell missbraucht worden sein könnten, schloss Oberstaatsanwalt Heimgärtner nach dem Ergebnis der Obduktion aus. Die Leichen waren am Sonntag entdeckt worden. Zwei Tage später nahm die Polizei den 26-Jährigen fest.

Die Polizei vermutet, dass der als Drogenkonsument bekannte Jan O. seelische Probleme hat. „Wir gehen davon aus, dass er psychisch krank ist“, sagte der Chef der Mordkommission, Hartmut Reinicke. Kriminaldirektor Borchert glaubt, „dass er das Potenzial zum Serienmörder aufweist“. Es solle geprüft werden, ob Jan O. für ähnliche Taten in anderen Regionen verantwortlich sein könnte.

Der entscheidende Tipp zur Festnahme des 26-Jährigen kam nach Angaben der Mordkommission von einem Mädchen. Der Arbeitslose hatte am vergangenen Samstag, wenige Stunden bevor er Tobias umbrachte, auf einem Parkplatz versucht, mit der Jugendlichen anzubandeln. Sie habe sich die Handynummer des Mannes geben lassen und diese später der Polizei mitgeteilt. Bei einer Internetrecherche seien dann Hinweise auf den Tatverdächtigen gefunden worden.

Noch am Montagabend wurde Jan O. festgenommen. Er saß in einem Zug, der im Bahnhof Bodenfelde auf die Abfahrt ins benachbarte Uslar wartete, wo der 26-Jährige wohnt. Das Alibi des 26-Jährigen für die Tatzeiten habe sich als falsch erwiesen, berichtete die Mordkommission. Zudem entdeckten die Beamten bei der Durchsuchung seiner Wohnung blutverschmierte und verdreckte Kleidung. Das Ergebnis von DNA-Untersuchungen werde für diese Woche erwartet.

Der 26-Jährige sei 2007 in Uelzen wegen Diebstahls zu zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden, wegen seiner Drogenabhängigkeit sei die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet worden. Es liefen derzeit zudem noch Verfahren wegen Brandstiftung.

Von dem Geständnis, das laut Rechtsanwalt Markus Fischer am Freitag vorliegen soll, versprechen sich die Ermittler weiteren Aufschluss über das Motiv des Mannes.

„Wir sind erleichtert, dass wir die Taten so schnell aufklären konnten“, erklärte der Leiter der Polizeiinspektion Northeim, Hans Walter Rusteberg. Er hoffe, dass für Bodenfelde eine Rückkehr zur Normalität möglich werde.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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