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Panorama Die verrückten Ideen der Tüftler
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20:35 12.04.2019
Leuchtende Begegnung: Die Taiwan-Chinesin Vicki Chiu (r) und eine Assistentin zeigen LED-Lichter, die so programmiert sind, dass sie synchron blinken, wenn ausgewählte Partner sich begegnen. Quelle: dpa
Genf

Das kennt man. Man geht spazieren, steuert eine Bank an und stellt dann fest, dass sie nass oder mit Vogelkot verdreckt ist. Unter dem Schirm ist’s kalt und dunkel, und dann muss man noch nach dem Hausschlüssel suchen. Für solche Probleme des Alltags haben Erfinder Lösungen parat. Auf der Erfindermesse in Genf zeigen 800 Kreative noch bis Sonntag, wie das Leben einfacher werden kann.

Eine Bank für die Ewigkeit

Michael Könker, Maurer und Fliesenleger aus Bünde in Westfalen, ist diesmal mit seiner Wendebank dabei. „Ich gehe oft mit meinem Hund spazieren und habe mich immer geärgert, wenn ich mich irgendwo setzen wollte und die Parkbank war nass oder verdreckt“, sagt er. „So kam ich auf die Wendebank, es war wie ein Ideenblitz.“ Könker entwickelte die Wendebank, bei der sich Sitzfläche und Rückenlehne automatisch nach unten drehen, wenn niemand draufsitzt. Wer Rast machen will, kann Sitz und Lehne einfach hochklappen. „Die Bank für die Ewigkeit“, sagt Könker (49), der in Bünde schon ein Exemplar vor dem Ärztehaus installiert hat. Er sucht nun Lizenznehmer in aller Welt.

Diese Weste hat Bremslichter

Für Reinhold Kett (64) aus dem Landkreis Dachau bei München war Sohn Nathan (9) die Inspiration. Als der Junge in der Schule den Fahrradführerschein machte, kam Kett auf die Idee einer smarten Warnweste. Seine Kreation hat ein Bremslicht und Blinker rechts und links, die der Radfahrer am Fahrradgriff mit den Fingern bedienen kann. Die Energie kommt aus Solarpanels. Die Steuerung sei abnehmbar und somit auch für Skateboarder geeignet.

Reinhold Kett stellt seine Warnweste für Fahrradfahrer vor. Kinder wie auch Erwachsene können Blinker fürs Abbiegen an der Weste über ein Steuerungsmodul am Lenker aktivieren. Quelle: dpa

Pierre Cretin aus Genf arbeitet im Krankentransport. „Wie oft haben wir betagte Patienten mit Oberschenkelhalsbruch, die gestürzt sind“, sagt der Schweizer. Mit zwei Kollegen entwickelte er einen Gürtel mit Airbag für Menschen mit Sturzrisiko. Darin sind Sensoren, die innerhalb von 70 Millisekunden einen Sturz erkennen und die Luftkissen dann automatisch aufblasen. „Die Aufprallkräfte werden beim Knochen dadurch um ein Zehnfaches gemindert“, sagt er. Der Gürtel ist leicht und hat einen einfachen Klickverschluss. Der Elektroingenieur startete seine Erfinderkarriere mit 14 Jahren, als er bei „Jugend forscht“ gewann, wie er erzählt. Er sei weltweit unterwegs gewesen und habe nebenbei erfunden, zum Beispiel einen Luftballon mit Beleuchtung, der aber nicht mehr in der Produktion sei. Nathan sei auch schon Erfinder: Er baue eigene Roboter, sagt Kett.

Die Studenten der Taipei-City-Universität in Taiwan haben einen Regenschirm wahlweise mit Beleuchtung, mit Wärmestrahler oder mit Ventilator entwickelt, um in warmen Ländern beim Regen cool zu bleiben. Er lädt sich mit Solarstreifen auf, und im Schirmstock ist zusätzlich eine USB-Steckdose.

Die Dusche ist zweisprachig

Ihre Kommilitonen zeigen in einer Plastikbadewanne eine Dusche, die auf Zuruf - chinesisch oder englisch - angeht, den Strahl verändert und sich ausschaltet. „Hilfreich, wenn man ein Baby in der Hand hat, oder auch für Menschen mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit“, erklären die Erfinder.

You-Lin Wang, Erfinder aus Taiwan, präsentiert den von ihm erfundenen Duschkopf mit Sprachsteuerung, der auf Zuruf angeht, den Strahl verändert und sich ausschaltet. Quelle: KEYSTONE

Timo Horl (31) aus Freiburg hat eine Erfindung seines Vaters aus den 90er Jahren hervorgekramt und weiterentwickelt: einen Rollschleifer mit Haltebrett, das automatisch den perfekten Schleifwinkel erzeugt. Das Messer hält dank Magneten daran, den Rollschleifer bewegt man auf der anderen Seite mit einer Diamantschleifscheibe an der Klinge entlang. «Alles im Schwarzwald hergestellt» sagt er.

Wer eine Welt sucht, in der Computer und Algorithmen Menschen bewerten, der ist bei Psychologe Dumitru Grigore aus Rumänien richtig. Wer die Hände auf seinen Computer legt, wird mit Elektroimpulsen vermessen. Innerhalb von fünf Minuten gebe es ein komplettes psychologisches Profil, sagt er. Intelligenz, räumliches Denken, Kommunikationsfähigkeit, mathematische Fähigkeiten - alles unter den rund 60 Merkmalen, die er bewerten könne. Das System habe dank künstlicher Intelligenz mit 10 000 Testpersonen gelernt. «Das wäre doch bei Bewerbungsgesprächen interessant», sagt er. Oder für die Armee. In Rumänien habe er schon einen Preis gewonnen für das innovativste Produkt für die nationale Verteidigung, sagt er.

Zeig mir, was du in der Pause gegessen hast!

1Die Schülerinnen Davina (vorne) und Annie aus Hongkong stellen eine App für das gesunde Pausenbrot entwickelt vor, die sie mit Forschern entwickelt haben. Quelle: dpa

Davina und Annie aus der Stadt Hongkong haben mit Forschern eine App für das Handy entwickelt. Das Programm haben sie jetzt auf einer Messe für Erfinder gezeigt. „Schummeln geht nicht“, sagt Davina. Die Lehrer passen auf, dass die Kinder nicht vorher heimlich etwas wegwerfen, bevor sie das Foto machen. Das Ganze soll dabei helfen, dass Kinder gesund essen. Das Foto wird in der App hochgeladen. Dann können die Eltern auf ihrem Handy sehen, was ihr Kind gegessen hat und was nicht. Aber fühlt es sich nicht blöd an, kontrolliert zu werden? „Wir finden das cool“, sagt Davina. „Es ist ja gut für uns, wenn wir das Richtige essen.“ Ein Computer-Programm rechnet aus, ob das Kind zum Beispiel zu wenig Vitamine gegessen hat. Dann schlägt die App den Eltern vor, was es zum Abendessen geben könnte.

Von RND/dpa

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