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Panorama Die Suche nach dem verlorenen Schatz
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08:10 07.11.2016
„Einfach einkassiert“: Dem mittlerweile verstorbenen Unternehmer Günter Püschmann blieb von seinen Reserven nichts mehr übrig. Quelle: Shutterstock
Hannover

20 Prozent aller deutschen Barreserven, so eine aktuelle Schätzung der Bundesbank, werden von den Bundesbürgern zu Hause verwahrt – im Schnitt sind das 1800 Euro pro Kopf, die im Sparstrumpf statt auf dem Bankkonto liegen. Jahrzehnte lang wurde der deutsche Michel für diese Skepsis gegenüber den Banken gescholten. Doch die Geschichte von Günter Püschmann dürfte zu einem neuen Boom bei Sparschweinen und Heimtresoren führen.

Püschmann, im Mai 2016 im Alter von 82 Jahren an einem Schlaganfall gestorben, war ein Selfmademan. Der gebürtige Sachse, 1956 aus der DDR geflüchtet, machte ein Vermögen mit einer Firma für Industrieverpackungen. Doch noch als arrivierter Millionär fürchtete er sich davor, dass „der Russe“ käme, um die Bundesrepublik zu überrennen – als Schutz vor möglichen Enteignungen kaufte Püschmann Gold, viel Gold. Mehr als eine Tonne, meist in Barren und Münzen, deponierte Püschmann bei Banken in der Schweiz und Kanada, die heute zur Schweizer Großbank UBS gehören. Insgesamt betrug der Wert von Püschmanns Gold-Depots 40 Millionen Euro, berichtet der „Spiegel“.

Streit mit Schweizer Bank eskaliert

Als der alte Herr 2010 an seine Reserven wollte, beschied ihm die Bank kühl, sämtliche Konten seien bereits 1998 aufgelöst worden. Zudem seien „sämtliche in der Schweiz bei der UBS AG eingelieferten Goldbestände“ seien „an die UBS Bank (Canada) zurücktransferiert“ worden. „Diesbezüglich“ könne man „keinerlei Auskünfte erteilen“, so schildert es der „Spiegel“. 40 Millionen einfach so verschwunden? „Einfach einkassiert“ habe man sein Vermögen schimpfte Püschmann, was die Bank bestritt. Aber hier beginnt der Fall erst.

Denn Püschmann hatte in den Neunzigerjahren begonnen, auf Devisenkurse zu zocken. Solche Deals können sowohl hoch profitabel wie auch ruinös sein. Aber natürlich zockte die UBS mit. Und rechtfertigte den 40-Millionen-Schwund noch 2011 gegenüber der Zürcher Staatsanwaltschaft damit, „vermutlich“ sei das Gold in Kanada „zur Deckung der erlittenen hohen Verluste“ aus „umfangreichen Devisentransaktionen“ verwendet worden.

Eine genaue Kontoführung gibt es im Nachlass Püschmanns nicht, er behauptete aber stets, nur einen kleinen Teil seiner Goldreserven zur Deckung der Devisenspekulationen verbraucht zu haben. Das Gold jedenfalls bleibt verschwunden, das restliche Vermögen haben die Anwälte in einem 20 Jahre währenden Krieg gegen die UBS verbraucht, und Günter Püschmann starb verarmt.

Von Daniel Killy

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