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Panorama Die Stille nach den Schüssen
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14:55 06.12.2011
In ihrem Wohnort herrschen Fassungslosigkeit und Stille. Quelle: dpa
Stolzenau

 Am Tag danach erinnern nur Blumen und Kerzen an die tödlichen Schüsse. Immer wieder kommen Trauernde zum Tatort in Stolzenau (Landkreis Nienburg). Sie halten inne und können es kaum fassen, was am Nachmittag zuvor in ihrem beschaulichen Ort geschehen ist. Ein Vater hat der Polizei zufolge seine 13 Jahre alte Tochter erschossen. „Herzliche Anteilnahme der ganzen Familie“, steht auf einem Zettel umrahmt von weißen Rosen.

Drei bis sechs Schüsse hat der 35-Jährige auf offener Straße auf das Mädchen abgefeuert, berichten Zeugen. Dann flüchtet der Mann - vermutlich zuerst zu Fuß, dann mit dem Auto. Die Polizei sucht den Flüchtigen aus der Luft, auch eine Hundestaffel ist unterwegs. Ein Hubschrauber über dem Ort durchbricht die fassungslose Stille.

„Das nimmt einen schon mit“, sagt Stefan Mannier. Der Busfahrer kennt die Familie vom Sehen, hat sie schon häufiger durch den Ort gefahren. Nun steht er mit seinem Fahrrad an der Hauptstraße des Ortes, in der es passiert ist.

Es nieselt, in den Fenstern der malerischen Backsteinhäuser hängen Sterne und Schneeflocken aus Papier. „Wie kann jemand so etwas tun?“, fragt sich der Familienvater. Seine zwei Söhne wohnen mit seiner Ex-Frau auf dem Land in der Nähe. Ihnen hat er geraten, das Haus zu verrammeln und zu verriegeln - aus Angst der Täter könnte dort auftauchen. „Ich könnte meinen Kindern das niemals antun.“

Als Motiv für die Tat vermutet die Polizei einen Familienstreit. Seit drei Jahren wohnten das Mädchen und ihre Familie in Stolzenau - sie stammen aus dem Irak und sind jesidischen Glaubens. Vor einiger Zeit war die 13-Jährige von ihren Eltern ausgezogen und lebte in einem Jugendheim. Am Montag hatte es gemeinsam mit Sozialarbeitern ein Versöhnungsgespräch geben sollen: Doch das Mädchen erklärte ihrem Vater, dass sie nicht zu ihm nach Hause zurückkehren wolle. Vor dem Haus soll er die Waffe gezogen und auf seine Tochter gezielt haben.

Renate Wege hat die Schüsse gehört. „Und dann war da nur noch Rumrennen und Schreien“, erinnert sie sich. Von der Bäckerei, in der sie arbeitet, blickt sie direkt auf den kleinen Parkplatz, auf dem die Tat geschah. Nach draußen habe sie sich danach nicht getraut. „Ich hatte schon Angst. Man denkt immer so etwas passiert nicht bei uns, sondern eher in Bremen oder Hannover“, meint sie.

Auch ihre Kollegin Marina Radke ist sichtlich schockiert. „Da fehlen einem die Worte“, sagt sie. Nach Feierabend werde sie sich mit einem mulmigen Gefühl auf den Nachhauseweg machen.

Auch der evangelische Pastor von Stolzenau ist zum Tatort gekommen. „Wir können jetzt nicht zur Tagesordnung übergehen, auch wenn das Leben weitergeht“, sagt Karsten Gelshorn. Er plane mit seinen Konfirmanden wiederzukommen. Mit ihnen will er Gebete sprechen und Kerzen für die Tote anzünden.

frx/dpa

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