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Panorama Die Obstbauern sind vorerst zufrieden
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20:21 03.04.2012
Von Karl Doeleke
Foto: Obstblüte im Alten Land: Die Elbvertiefung gefährdet die Beregnung der Bäume.
Obstblüte im Alten Land: Die Elbvertiefung gefährdet die Beregnung der Bäume. Quelle: Karin Blüher
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Hannover

Die Obstbauern und Landwirte am Unterlauf der Elbe hatten sich bereits in Stellung gebracht und eine Klägergemeinschaft gegründet. Für den Fall, dass ihre Interessen in der Planung der nächsten Vertiefung nicht ausreichend berücksichtigt würden. Die Fahrrinnenanpassung gefährdet Experten zufolge die Frostschutzberegnung der Bäume mit Wasser aus der Elbe, weil durch die Vertiefung mehr Salzwasser in den Fluss geraten könnte. Auch die Tränke der Tiere in der Region wäre dadurch in Gefahr. Von einem Millionenschaden, der den Obstbauern durch eine Versalzung der Elbe entstehen könnte, war zuletzt die Rede.

Die Gefahr scheint nun selbst aus Sicht der Obstbauern im Kehdinger Land und im Alten Land gebannt. Um 8.40 Uhr traf am Dienstag ein Fax aus dem Alten Land in Hannover ein mit der Zustimmung des letzten Verbandes zum Vertragstext. „Die Chance, dass es zu einer Klage kommt, ist mit der Vereinbarung zumindest geringer geworden“, sagt die Rechtsanwältin der Obstbauern, Roda Verheyen. Mit etwas weniger juristischer Zurückhaltung formuliert es der Sprecher der Klägergemeinschaft der Obstbauern, Ulrich Buchterkirch: „Eine Klage in Bezug auf die Versalzung ist jetzt unwahrscheinlich.“ Man habe eine „gute Vereinbarung“ mit dem Bund und der Stadt Hamburg getroffen. Buchterkirch baut in Kehdingen Äpfel und Kirschen an.

Ohne diese Lösung hätte das Land sein Einvernehmen zur Elbvertiefung nicht erteilt, versicherte am Dienstag Agrarminister Gert Lindemann (CDU). Für 19,9 Millionen Euro vom Bund und aus Hamburg werden zusätzliche Speicher gebaut, aus denen die Landwirte jederzeit Wasser entnehmen können. Für die Tränke der Tiere werden Stichkanäle gezogen. Sollte es zu Ernteausfällen kommen, werden sie den Bauern erstattet. Die Beweislast dafür liegt nicht bei den Bauern. Stellt sich im Nachhinein heraus, dass die Elbe stärker versalzen sollte, werden weitere Zahlungen fällig. Der Vertrag sei rechtssicher, versicherte Lindemann. Er werde Teil des Planfeststellungsbeschlusses. Seine Einhaltung könne daher auch eingeklagt werden.

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