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Panorama Die Formel für den perfekten Weihnachtsbaum
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22:10 19.12.2012
Von Dirk Schmaler
Wie viele Kugeln gehören an den perfekten Weihnachtsbaum? Eine Formel gibt die Antwort. Quelle: dpa (Symbolfoto)
London

Es ist, wie so vieles in der Weihnachtszeit, eine Glaubensfrage: Wie schmückt man den Baum? Silberschmuck, oder Holzäpfel? Lichterketten oder Kerzen? Und vor allem: Hängt man an jeden Ast des Weihnachtsbaums fünf Kugeln und ordentlich Lametta, oder setzt man Heiligabend auf ein sparsam gestaltetes Ensemble, um die Silhouette des Baums zu unterstreichen? In diesem Jahr werden in Deutschland 26 Millionen Tannenbäume verkauft – und es gibt wohl ebenso viele unterschiedliche Antworten. 

Zwei britische Studenten haben die Geschmacksfrage nun mathematisch gelöst – und Formeln für den perfekt geschmückten Weihnachtsbaum entwickelt. „Wir hoffen, die Formeln tragen dazu bei, dass Weihnachten für jeden etwas einfacher wird“, schreibt die Studentin Nicole Wrightham nun auf der Internetseite der Universität Sheffield.

Dabei wirkt ihre Lösung auf den ersten Blick eher nicht so einfach. Um etwa die passende Anzahl der Kugeln für einen Baum zu ermitteln, muss man die Wurzel aus 17 durch 20 dividieren und das Ergebnis dann mit der Höhe des Baums in Zentimetern multiplizieren. Um weder beladen noch kahl zu wirken, braucht ein 1,75 Meter hoher Baum nach dieser Rechnung 36 Kugeln. Dazu empfiehlt der Rechner auf der Internetseite 8,93 Meter Lametta, 5,50 Meter Lichtgirlanden und einen 18 Zentimeter hohen Stern oder Weihnachtsengel auf der Spitze.

Bernd Oelkers kann solchen Formeln wenig abgewinnen. Der Vorsitzende des Bundesverbandes der Weihnachtsbaumerzeuger pflanzt auf seinem Hof in Wenzendorf im niedersächsischen Landkreis Harburg selbst Weihnachtsbäume an. Seit Jahren beliefert er zudem etwa den Deutschen Bundestag und öffentliche Plätze mit repräsentativen Christbäumen. Seine Formel für den perfekten Baum hat wenig mit Kugeln und viel mit dem Baum selbst zu tun. Sie lautet: sattgrüne Nadeln, gerade und dicht gewachsen, frisch. Und noch eine Faustregel sollte man Oelkers zufolge beachten. „Je besser der Baum, desto weniger Schmuck und Kitsch braucht man.“

Verbraucherschützer wiederum setzen noch einmal andere Prioritäten. Aus ökologischen Gründen raten sie zu einem Baum aus der Region. Außerdem gibt es seit einiger Zeit auch zunehmend Biobäume, aufgewachsen ohne Pestizide und in Wäldern, die nicht kahlgeschlagen werden. Sie erkennt man etwa am Demeter-, Neuland- oder FSC-Siegel.

Immer mehr Deutsche fordern von dem perfekten Baum aber vor allem eines: Er sollte wenig Arbeit machen. Für die Gestressten gibt es deshalb neuerdings Christbaumservices im Internet. Dort kann man sich seinen Baum bestellen und bekommt ihn ins Wohnzimmer geliefert. Auf Wunsch sogar fertig geschmückt.

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