Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Die Expo 2010 startet mit langen Schlangen
Mehr Welt Panorama Die Expo 2010 startet mit langen Schlangen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:12 02.05.2010
Ein Feuerwerk erleuchtet am Freitag zur Eröffnung der Weltausstellung den Himmel über den Länderpavillons.
Ein Feuerwerk erleuchtet am Freitag zur Eröffnung der Weltausstellung den Himmel über den Länderpavillons. Quelle: dpa
Anzeige

Problemlos bewältigten die Sicherheitskontrollen den Besucherstrom, der zum Auftakt allerdings auch noch weit unter den Erwartungen lag. Dennoch bildeten sich lange Schlangen vor den Pavillons.
Die Wartezeiten von bis zu vier Stunden – bei hochsommerlichen Temperaturen – sorgten für Enttäuschung. „Es ist Zeitverschwendung“, klagte eine Besucherin aus der Nachbarstadt Hangzhou. „Wir sind doch nur einen Tag hier.“ Trotzdem standen die Menschen immer wieder erstaunlich geduldig an. „Es ist toll, dass so viele Staaten hier ihre Technologie und Kultur zeigen“, sagte ein 21- jähriger Student aus Schanghai. „Viele Chinesen können ja nicht so einfach ins Ausland reisen, aber hier können sie viel von den Ländern sehen und so etwas wie eine Weltreise machen.“

Neben der Selbstdarstellung der Nationen geht es unter dem Motto „Eine bessere Stadt, ein besseres Leben“ um nachhaltige Stadtentwicklung. Mit der höchsten Teilnehmerzahl, dem größten Gelände und erwarteten 70 Millionen Besuchern in den nächsten sechs Monaten soll die Weltausstellung in der Hafenmetropole alle Rekorde in der 159-jährigen Expo-Geschichte schlagen. Für den Eröffnungstag waren 350.000 Karten vergeben worden – es kamen allerdings nur 204.000 Besucher. Ein Drittel habe ihren Besuch „verschoben“, meinten die Organisatoren – ohne Gründe zu nennen.

Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao nutzte die Anreise von mehr als 20 Staats- und Regierungschefs zur Expo-Eröffnung für politische Gespräche. Er traf sich etwa mit Südkoreas Präsident Lee Myung Bak und Nordkoreas Nummer zwei, Parlamentschef Kim Yong Nam, um die innerkoreanische Aussöhnung voranzubringen.

Nach chaotischen Szenen beim Probelauf lief die Eröffnung am Freitag weitgehend reibungslos. Mit einem großen Feuerwerk, Lasershows und Wasserspielen wurde der Startschuss für die Megaveranstaltung auf dem 5,28 Quadratkilometer großem Gelände zu beiden Seiten des Huangpu-Flusses gegeben. An der Eröffnungsfeier nahmen prominente Gäste aus aller Welt teil, darunter der französische Präsident Nicolas Sarkozy und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso.

Geradezu belagert wurde an den ersten Tagen der kubisch geformte Deutsche Pavillon unter dem Motto „Balancity – Die Stadt im Gleichgewicht“. Rund 40.000 Besucher machten dort an den ersten zwei Tagen einen Rundgang. „Deutschland ist die Nummer eins“, begründete ein Chinese, warum er sich zuerst bei den Deutschen angestellt habe. „Von Deutschland können wir lernen.“ Sehr beliebt waren auch „deutsche“ Fotomotive, vor denen Chinesen posierten. Vor einem Bild von Schloss Neuschwanstein ließen sich ein kostümierter „König Ludwig“ und eine „Sissy“ lächelnd mit Besuchern ablichten. Der Parteichef der Provinz Sichuan, Liu Qibao, zog ein Erinnerungsfoto mit einem Gartenzwerg vor.

dpa / ap

Panorama Haftbefehl wegen Totschlags - Amokfahrer rast absichtlich in Maifeier
Karl Doeleke 02.05.2010