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16:22 03.04.2016
Bahnreisende müssen sich bald wegen Bauarbeiten auf erhebliche Behinderungen auf der wichtigen ICE-Strecke zwischen Hannover und Kassel einstellen. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
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Hannover

Die Hauptverkehrsstrecke der Deutschen Bahn auf der Nord-Süd-Achse ist zwischen Hannover und Kassel in die Jahre gekommen und muss saniert werden. Am Donnerstagabend bestätigte der Konzern, dass die Verbindung tatsächlich zwischen dem 23. April un dem 8. Mai komplett gesperrt werden muss. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Was wird auf der Bahnstrecke Hannover-Kassel gemacht?

Auf der Schnellfahrstrecke zwischen Göttingen und Hannover werden 130.000 Tonnen Schotter im Gleisbett ausgetauscht. Die Strecke muss im Jahr 2019 nach 30 Jahren Betrieb ohnehin grundsaniert werden. Die Bahn war lange Zeit davon ausgegangen, dass sie bis dahin ohne größere Ausbesserungen am Schotterbett über die Runden kommt. Nach Informationen der HAZ haben aber zwischenzeitliche Messungen ergeben, dass der Verschleiß größer ist als bisher angenommen. Zunächst hat die Bahn erwogen, die Züge mit reduzierter Geschwindigkeit fahren zu lassen, um die Belastungen für das Schotterbett zu verringern. Das hat aber ständige Verspätungen in den kommenden Jahren zur Folge gehabt hätte. Unklar ist, was die Sanierung kosten wird. Es geht aber auf jeden Fall um Millionenbeträge. Zahlen muss die Bahn selbst, weil es sich um eine Instandsetzung handelt.

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Wie viel Züge fallen aus und wie lang wird die Bahnfahrt durch die Umleitung?

Die Auswirkungen für die Kunden sollen nach Angaben er Bahn so gering wie möglich gehalten werden. Im Fernverkehr würden während der zweiwöchigen Sperrung über 90 Prozent der Züge fahren. Auch der Messehalt in Hannover wird demnach bedient. Allerdings wird es wegen der notwendigen Umleitungen zu längeren Fahrzeiten von bis zu einer Stunde kommen. Auch können nicht alle Bahnhöfe bedient werden. 

Im Fernverkehr sind folgende ICE-Verbindungen betroffen:

  • Berlin-Kassel-Frankfurt-Stuttgart-München
  • Berlin-Kassel-Frankfurt-Karlsruhe-Schweiz
  • Hamburg-Hannover-Kassel-Frankfurt-Karlsruhe-Schweiz/Stuttgart
  • Hamburg/Bremen-Hannover-Würzburg-Nürnberg/Augsburg-München
  • Hamburg-Hannover-Kassel-Gießen-Frankfurt-Karlsruhe

Auch im Nahverkehr werden einzelne Linien von Ausfällen betroffen sein.

Was passiert mit der schon früher angekündigten Sommerbaustelle auf der Nord-Süd-Strecke zwischen Hannover und Göttingen?

Die hat mit der neuen Entwicklung nichts zu tun und kommt in jedem Fall. Vom 18. Juli bis zum 2. September stehen Arbeiten an Gleisen und Weichen an, verbunden mit zeitweiligen Streckensperrungen und eingleisigem Verkehr. Die Züge zwischen Hannover und Göttingen werden dann durch das Leinetal geleitet, wodurch sich die Fahrzeiten verlängern.

Welche Kulanzregelungen gibt es?

Bahnkunden mit einer ICE- oder IC-Zeitkarte im Abo erhalten eine Teilerstattung. Besitzer einer BahnCard 100 müssen sich für eine Rückerstattung beim BahnCard-Service melden. Zeitkarteninhaber mit IC-Berechtigung können ohne Aufpreis die ICE-Züge nutzen. Bereits erworbene Flex- und Sparpreistickets sowie Reservierungen werden kostenlos erstattet. Für die bisher gekauften Sparpreistickets wird die Zugbindung aufgehoben.

Bekommt man nach der Reise Teile des Fahrpreises erstattet?

Eher nein. Bei Verspätungen von mehr als 60 Minuten können sich Fahrgäste normalerweise 25 Prozent des Fahrpreises erstatten lassen, bei mehr als 120 Minuten sind es sogar 50 Prozent. Allerdings seien angekündigte Fahrzeitverlängerungen im rechtlichen Sinne keine Verspätungen, sagt Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband Pro Bahn. Dennoch kann man es probieren. Entsprechende Vordrucke für die Kostenerstattung gibt es am Schalter im Bahnhof, so der Experte. Alternativ geht es online. Lehnt die Bahn eine Zahlung ab, sei die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr noch eine mögliche Anlaufstelle, um seine Forderung geltend zu machen. Beschwerden kann man zum Beispiel online einreichen.

Welche Alternativen zur Bahn gibt es?

Neben der Bahn sollten Reisende auf den Portalen der Fernbus-Unternehmen und auch bei Mitfahrzentralen im Internet nachschauen, rät der Verkehrsclub Deutschland (VCD). Ausgangspunkt kann die Fahrzeit der Bahn sein. Dann prüft man, ob man mit einem der Alternativangebote schneller an sein Ziel kommt, sagte VCD-Sprecherin Anja Smetanin. "Wenn man weiß, wann man genau fahren will, prüft man am besten jetzt schon einmal die Alternativen."

se/frs/dpa

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