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Panorama Der Harz soll Deutschlands Stromspeicher werden
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20:14 24.03.2011
Alte Bergwerksanlagen, zu denen auch die Oberharzer Wasserwirtschaft zählt, sollen Energiespeicher der Zukunft werden. Quelle: dpa
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In stillgelegten Stollen und Schächten des Oberharzer Bergbaus könnte das weltweit erste unterirdische Pumpspeicherkraftwerk entstehen. Dort könnte die Energie zwischengespeichert werden, die an den Küsten aus Windkraft gewonnen wird, schlägt die Unternehmensberatung McKinsey vor.

Das Pumpspeicherwerk ist eines der wesentlichen Projekte, mit denen die „Initiative Zukunft Harz“ (IZH) den wirtschaftlich abgehängten Westharz wieder in die Erfolgsspur bringen will. Die IZH, an der neben McKinsey die Kreise Goslar und Osterode, die Agentur für Arbeit und das Land Niedersachsen beteiligt sind, hat am Donnerstag in Clausthal-Zellerfeld insgesamt 16 Vorschläge rund um die Themen Energie, Tourismus, Gesundheit und Wissenschaft präsentiert. Damit - so erwarten die Experten - könne die wirtschaftliche Talfahrt des Westharzes gestoppt werden.

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Zu den empfohlenen Projekten gehören die Errichtung eines Freizeitparks zum Thema „Mystik, Mittelalter, Magie“ mit überregionaler Anziehungskraft, ein verbessertes Wintersportangebot mit neuen Pisten, Beschneiungsanlagen und Liften; zudem erhebliche Investitionen in neue und vorhandene Hotels. Als aussichtsreich nennen die Berater einen Ausbau der TU Clausthal und des Angebotes im Gesundheits- und Wellnessbereich. Auch die Bildung eines „Recycling-Clusters“ wird vorgeschlagen. Durch einen Verbund bereits existierender Unternehmen in Kooperation mit der TU Clausthal könnte der Westharz zur Schwerpunktregion für die Aufbereitung spezieller Nichteisenmetalle werden.

„Von allen Projekten ist mir das Pumpspeicherkraftwerk das liebste“, sagte Osterodes Landrat Bernhard Reuter (SPD), der die „Initiative Zukunft Harz“ mit seinem Goslarer Amtskollegen Stephan Manke und dem Land Niedersachsen auf den Weg gebracht hat. „Dieser Vorschlag ist kein Wolkenkukucksheim. Er ließe sich zeitnah umsetzen“, sagte Reuter der Nachrichtenagentur dpa. Auch Goslars Landrat Stephan Manke sieht in dem Projekt „eine Riesen-Chance für den Harz. Wir könnten damit zum Energiespeicher Nummer eins in Deutschland werden“.

In einem Pumpspeicherkraftwerk kann elektrische Energie durch das Hochpumpen von Wasser gespeichert werden. Wird wieder Strom benötigt, wird das Wasser über Turbinen wieder in Strom zurückverwandelt und kann dann ins Netz gespeist werden.

Der Harz wäre für derartige Pumpspeicherwerke ideal, sagte Reuter. Zum einen werden die Leitungen, die in naher Zukunft den aus Windenergie an den Küsten gewonnenen Strom nach Süden transportieren, direkt an der Region vorbeiführen. Und nach einer Machbarkeitsstudie des Energieforschungszentrums Niedersachsens ließen sich die alten Bergwerksstollen im Oberharz mit relativ wenig Aufwand für ein solches Pumpspeicherkraftwerk herrichten, sagte Reuter.

Anders als bei möglichen oberirdischen Speichern gebe es so gut wie keine störenden Eingriffe in die Landschaft. Durch vorhandene Schächte von bis zu 600 Metern Tiefe könnte das hochgepumpte Wasser dann auf Turbinen geleitet und in Strom umgewandelt werden.

„Die Projekte können die Region wieder stark machen“, sagte Goslars Landrat Manke. „Und sie werden echte Aufbruchstimmung hervorrufen“, meint sein Amtskollege Reuter. Die „Initiative Zukunft Harz“ bleibt dabei am Ball. Zusammen mit Vertretern von Wirtschaft und Wissenschaft werden sich die Experten jetzt daran machen, möglichst vieler ihrer Vorschläge umzusetzen.

dpa