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Panorama Dem Geheimnis der Kindermumien auf der Spur
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17:15 15.07.2015
Eine altägyptische Kindermumie im St. Bernward Krankenhaus in Hildesheim. Quelle: dpa
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Hildesheim

Krankenhaus-Termin für zwei Kindermumien aus dem Alten Ägypten: Mit modernster Technik will das Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim das Geheimnis der beiden Tausende Jahre alten und balsamierten Körper lüften. Dazu wurden sie am Mittwoch in einer Hildesheimer Klinik computertomographisch untersucht. Zuvor hatten Wissenschaftler Gewebeproben entnommen, um das genaue Alter der Kindermumien per Radiokohlenstoffdatierung zu bestimmen. Möglicherweise folgt später auch noch eine DNA-Analyse, um das Geschlecht, Krankheiten oder sogar die Todesursache zu klären.

Bei dem einen Kind aus der griechisch-römischen Besatzungszeit Ägyptens fehlt der rechte Oberarm. Er wurde nachträglich durch den Arm eines Erwachsenen ersetzt. "Wir wollen wissen: Warum fehlt dem Kind der Arm? Wo kommt er her?", sagte der Ägyptologe des Museums, Christian Bayer. Die Binden, in die der Körper vor gut 2000 Jahren eingewickelt wurde, sind teilweise mit Motiven der griechischen Ikonographie bemalt. Am Mittwoch entdeckten Mumienforscher Reste einer Goldschicht auf dem Kopf - typisch für die römische Zeit.

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Das zweite Kind ist in einer Maske des Mittleren Reiches um 2000 vor Christus bestattet. Sollte der Körper des toten Kindes tatsächlich aus dieser Zeit stammen, wäre dies ein sehr seltener Fund, sagte der Mumienspezialist des Museums, Oliver Gauert. "Interessant ist auch die völlige Desintegration des Skeletts, unter anderem finden sich Zähne im Bein", sagte Gauert.

Die Forschungsergebnisse werden im kommenden Jahr vom 12. Februar bis zum 28. August in der Hildesheimer Sonderausstellung "Mumien der Welt" präsentiert. Die Schau entsteht in Zusammenarbeit mit den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim und dem German Mummy Project. Gezeigt werden Mumien und Mumifizierungstraditionen in verschiedenen Kulturräumen. Die Bestattungsform gab es nicht nur in Ägypten oder Peru, sondern auf allen bewohnten Kontinenten.

Als Zeitzeugen geben die konservierten Toten Auskunft über die Lebensverhältnisse und manchmal auch über die Glaubensvorstellungen einer Kultur. Die beiden Hildesheimer Kindermumien sind nur während der Ausstellung im kommenden Jahr zu besichtigen. Danach werden sie im Anthropologischen Institut der Universität Göttingen weiter wissenschaftlich untersucht.

dpa

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