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Panorama Das Wendland wird Wolfsland
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19:46 31.07.2013
Von Gabriele Schulte
Wolfs-Nachwuchs im Wendland entdeckt. Quelle: dpa
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Hannover

Das Umweltministerium in Hannover wertet die Vermehrung der einst hier ausgerotteten Tiere als „Erfolg für den Artenschutz“. Dagegen bereitet die Ausbreitung den Schäfern Sorge.

Innerhalb von gut zehn Jahren sind nach und nach Wölfe aus Polen über die östlichen Bundesländer nach Niedersachsen eingewandert. Das Umweltministerium spricht von mittlerweile 23 nachgewiesenen Tieren: Neben dem Wendlandrudel lebt unter anderem ein Elternpaar auf dem Truppenübungsplatz Munster mit drei Jungen aus dem vergangenen und sieben aus diesem Jahr, außerdem ein aus Sachsen-Anhalt eingewandertes Geschwisterpaar bei Bergen (Kreis Celle). Einzelne Wölfe oder Fährten wurden etwa bei Cuxhaven und bei Meppen im Emsland gesichtet.

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„Die einzeln wandernden Wölfe sind auf der Suche nach einem eigenen Revier“, erläutert Markus Bathen, Wolfsexperte beim Naturschutzbund Nabu. Zwar seien die dünn besiedelten Gebiete im Osten Niedersachsens, nicht zuletzt die fast menschenleeren, wildreichen Truppenübungsplätze, besonders geeignet. Doch die Tiere seien lernfähig und begriffen auch, wie sie Straßen nachts überqueren können, ohne sich in Gefahr zu bringen. Neben dem Autoverkehr seien Krankheiten der größte Feind der Wölfe, sagt Bathen. „Nur die Stärksten eines Wurfes kommen über den Winter.“

Während sich die Naturschützer über die wachsende Wolfspopulation in Norddeutschland freuen, wächst bei den Schaf- und Ziegenzüchtern die Sorge. Zwar fressen Wölfe vorwiegend Rehe und anderes Wild, doch immer wieder werden auch Nutztiere gerissen. Nach Ansicht von Carl Lauenstein aus Bodenstedt (Kreis Peine), Vorsitzender der Vereinigung deutscher Schafzuchtverbände, erhalten die unter Wölfen leidenden Schäfer vom Land zu wenig Unterstützung.

Im Gegensatz zu den Jägern, die von Anfang an gut über ihre „Konkurrenten“ informiert und als Wolfsberater beteiligt wurden, seien die Landwirte „überhaupt nicht eingebunden“ worden. Eine bloße Entschädigung für gerissene Tiere reiche nicht aus, meint Lauenstein. Denn dabei werde nicht berücksichtigt, dass aufgeschreckte Tiere Fehl- und Frühgeburten erlitten oder auf die Straße liefen: „Die Herde kommt erst nach Tagen bis Wochen wieder zur Ruhe.“

In Sachsen und Brandenburg würden Vorsorgemaßnahmen wie neue Zäune und Herdenschutzhunde über EU-Programme finanziert. Die Sprecherin von Umweltminister Stefan Wenzel kündigte eine ähnliche Richtlinie an. „Der Wille ist da“, sagte sie. Kompliziert sei, dass für Berufs- und Hobbyschafhalter verschiedene EU-Vorgaben gelten.

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