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Panorama Das Wattenmeer wird Weltnaturerbe
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18:06 26.06.2009
Von der Unesco für Erhaltenswert befunden: Das Gebiet zwischen der Insel Texel und der Nordspitze Sylts. Quelle: Butjadingen Kur und Touristik/ddp

Das Welterbe-Komitee der UNESCO stimmte laut Bundesumweltministerium am Freitag im spanischen Sevilla dem deutsch-niederländischen Gemeinschaftsantrag zu. Der einzigartige Lebensraum steht nun auf einer Stufe mit Naturwundern wie dem Great Barrier Reef vor Australien, dem Grand Canyon in den USA, den Galapagos-Inseln vor Ecuador oder dem Serengeti-Nationalpark im afrikanischen Tansania.

Die Welterbe-Auszeichnung gilt als Anerkennung bestehender Schutzbemühungen und ist mit weltweiter Aufmerksamkeit verbunden. Auch beflügelt sie meist den Tourismus, was Naturschützer aber auch mit Sorge sehen.

Für Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) wurde mit der UNESCO-Entscheidung der Einsatz der Wattenmeeranrainer zum Schutz dieses einzigartigen und faszinierenden Lebensraumes honoriert. „Naturschutz hat bei uns eine Tradition, die annähernd 100 Jahre zurückreicht. Mit der Anerkennung nehmen wir den Auftrag an, dieses Erbe auch für die folgenden Generationen zu erhalten.“ Das Beispiel Dresden zeige aber auch, dass man den Schutz dieses Welterbes nicht leichtfertig gefährden dürfe.

„Das ist ein Dankeschön der Weltgemeinschaft an diejenigen, die das hier geschaffen haben“, sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) am Freitag in Cuxhaven. „Die Experten haben zum Ausdruck gebracht, dass die Nationalparkverordnung und die Arbeit in Deutschland und in den Niederlanden zum Schutz dieses Gebietes so gut ist, dass sie es nicht gefährdet sehen, sondern glauben, dass das für die ganze Menschheit erhalten wird.“

Für die Landtagsgrünen bedeutet der Welterbetitel die Verpflichtung zum unbedingten Schutz dieses größten zusammenhängenden Meeresfeuchtbiotops der Welt. Der Klimawandel und der Anstieg des Meeresspiegels seien die größte Bedrohung für den Erhalt des Wattenmeers, sagte der umweltpolitische Sprecher Christian Meyer: „Kohlekraftwerke an der Küste sind daher genauso fehl am Platz wie die ständigen Vertiefungen der Flussmündungsgebiete von Ems, Elbe und Weser.“ Wer das Wattenmeer schützen wolle, müsse Natur- und Klimaschützer sein. Wenn die Landesregierung neue Kohlekraftwerke bauen woll, schade dies dem Erhalt dieses unersetzbaren Welterbes.

Der CDU-Landes- und Fraktionsvorsitzende David McAllister sprach von einer „klugen und verdienten Entscheidung“. Dies sei die Krönung des vom früheren CDU-Ministerpräsidenten Ernst Albrecht geschaffenen Nationalparks. Mit der Auszeichnung würden die Mühen der Naturschutzverbände, der Politik und zahlreicher einzelner Initiativen belohnt.

Nach Auffassung des NABU Niedersachsen bleiben noch wichtige Zukunftsaufgaben. So seien bedeutende Hochwasserplätze der Zugvögel hinter dem Deich nicht ausreichend geschützt. Offshore-Windenergie wie Massentourismus seien eine Bedrohung. Künftig hätten aber die Ziele des Naturschutzes im Wattenmeer Vorrang. Nun sei der Aufbau eines professionellen Rangersystems zur Publikumsinformation nötig. Jagd-Aktivitäten im Nationalpark müssten beendet werden. Eine Bündelung der Kompetenzen bei der Nationalparkverwaltung sei notwendig. Dies zeigten auch deutlich der Brand auf der Vogelinsel Mellum oder Probleme bei der Strandmüllentsorgung.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) sah die Auszeichnung als Ansporn für die Anrainerländer, für die Naturschutzbelange im Wattenmeer einzutreten und diese zu stärken. Ein klares Bekenntnis aller beteiligten Nationen für einen naturverträglichen, nachhaltigen Tourismus sei für den künftigen Tourismusmagneten Wattenmeer unerlässlich.

Die regionalen Naturschützer vom Wattenrat in Ost-Friesland sprachen von einem „Etikettenschwindel“. Die Zahl von 30 Millionen Übernachtungen allein an Niedersachsens Küste werde ansteigen. Zunehmend würden Bootsliegeplätze und Kitesurfer-Flächen beantragt oder genehmigt. Im Watt zwischen Wangerooge und Cuxhaven seien ein Megawindpark (Nordergründe) mit 18 Anlagen direkt an der Nationalparkgrenze genehmigt und weitere Anlagen vor Emden geplant. Es gebe keine fischereifreien Zonen und nur fünf hauptamtliche Ranger ohne Kompetenzen.

lni

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