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Panorama Das Imperium schlägt wieder zu
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00:21 23.11.2015
Von Stefan Stosch
Weltweite Begeisterung: Ein junger "Star Wars"-Fan mit selbst gebasteltem Helm klatscht am Flughafen in Singapur einen Stormtrooper ab. Quelle: imago
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Hannover

Die dunkle Seite der Macht ist längst schon erwacht. Kaum einem Kinostart in diesem Jahr fiebern die Fans so sehr entgegen wie dem nunmehr siebten "Star Wars"-Film am 17. Dezember. Möge endlich die Titelfanfare von John Williams erklingen und sich das berühmte Schriftband auf der Leinwand ausrollen.

Verschärfte Verleihbedingungen

Die Kinokonzerne jubeln über die Ticketvorverkäufe – sofern sie denn mit dem Vorverkauf begonnen haben: Cinemaxx verhandelt noch mit Disney über die verschärften Verleihbedingungen des Konzerns. Schwer vorstellbar allerdings, dass sich die Kinokette dieses Riesengeschäft entgehen lassen kann.

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Mit der Popularität der Jedi-Ritter kann bestenfalls noch James Bond mithalten. Beide Kinoreihen verbindet auch ihre generationenübergreifende Anziehungskraft: "Star Wars" fasziniert genauso ergraute Sternenkämpfer, die mit Schöpfer George Lucas alt geworden sind, wie den Nachwuchs, der die Kinderzimmer seit Monaten mit Sturmtruppen aufrüstet.

Wo ist Luke Skywalker?

Allzu vielen Kinospektakeln gelingt es nicht mehr, die Massen vom Sofa wegzubekommen. "Star Wars" aber ist Pflicht. Schon jeder neue Trailerschnipsel wird wie eine Offenbarung willkommen geheißen. Als die Lauflänge von "Das Erwachen der Macht" mit 136 Minuten beziffert wurde, zog das Kommentare nach sich, als hätte der Aktienindex Dax ein Allzeithoch erklommen.

Und was geschieht im neuen Film bloß mit Luke Skywalker, der in den Trailern schmerzlich vermisst wird? Ist er tatsächlich auf die Seite des wiedererstarkten Imperiums gewechselt, das nun als Militärjunta namens "Erste Ordnung" firmiert und den Tod von Darth Vader rächen will?

Schwieriger Spagat

Alle hängen an den Lippen von Regisseur J. J. Abrams – wenn er sie denn mal öffnet. Seit seinem Erfolg mit "Star Trek Into Darkness" (2013) gilt der Filmemacher als ausgewiesener Fremdenführer im All. Abrams muss den Spagat hinbekommen, die Nostalgiker nicht zu vergrätzen und zugleich eine tricktechnisch überwältigende Geschichte zu erzählen.

George Lucas gelang das bei der Fortschreibung seiner Saga Anfang dieses Jahrtausends nur bedingt. Bei Episode I bis III war die Klage groß an dem synthetischen Digitaluniversum, an das sich gefühlsmäßig schwer andocken ließ.

Gewaltiges Versprechen

Abrams will es besser machen: Der alte Weltraum-Schmuggler Han Solo in Gestalt von Harrison Ford ist zusammen mit Kumpel Chewbacca wieder an Bord, ebenso die einstige Prinzessin Leia (Carrie Fisher). Die eigentliche Story aber müssen die Newcomer John Boyega und Daisy Ridley, beide 23 Jahre jung, tragen. Er spielt einen desertierten Soldaten, sie eine Plündererin von ausrangierten Raumschiffen. Die Last auf ihren Schultern ist gewaltig – das Versprechen von Ruhm und Karriere aber auch.

Mehr als 4,4 Milliarden Dollar spielten die Filme "Star Wars I – VI" ein und machten George Lucas zu einem der reichsten Männer – zumindest in unserer Milchstraße. Als Lucas in den Siebzigerjahren den "Krieg der Sterne" anzettelte, glaubte kaum jemand an den Erfolg des Weltraum-Märchens. Lucas verzichtete großzügig auf Gage, sicherte sich aber die Marketingrechte. Meister Yoda hätte keine klügere Entscheidung treffen können.

Weitere Filme geplant

Vor drei Jahren verkaufte Lucas sein Imperium für rund vier Milliarden Dollar an den Disney-Konzern. Zunächst tummelte er sich noch als Berater im Hintergrund, fand aber wenig Gehör bei den neuen Besitzern. Sie wollten nicht auf den alten Mann hören, der einst zusammen mit Steven Spielberg das Blockbuster-Kino erfunden hatte.

Disney ist inzwischen fleißig dabei, das Imperium mit allerlei Nebengeschichten auszuschmücken. Geplant sind beispielsweise Filme, die sich der Vorgeschichte von Han Solo widmen oder dem Kopfgeldjäger Boba Fett. Die Saga selbst soll 2017 und 2019 fortgesetzt werden. Mit "Star Wars" verhält es sich so ähnlich wie mit dem Universum: Beides dehnt sich immer weiter aus.

Galaktische Einnahmen

Fanartikel bringen das Geld: Plastikschwerter, Unterwäsche, Klebebildchen, Kappen, Raumschiffe, sprechende Yoda-Köpfe und hüfthohe Darth Vaders, die auf Knopfdruck gruselige Geräusche machen – es gibt nichts, was es nicht gibt. Hauptsache, irgendwo steht "Star Wars" drauf. Selbst Supermarktketten wie Aldi oder Rewe haben rechtzeitig zum Erscheinen des neuen Blockbusters ein eigenes "Star Wars"-Sortiment im Regal.

Zum Merchandising, das bereits seit Anfang September erhältlich ist, gehören auch Bücher und ein Computerspiel, dessen Entwicklung nach Angaben der "New York Times" alleine 180 Millionen Dollar gekostet haben soll. Neun Millionen Menschen testeten eine erste Beta-Version im Internet.

Am New Yorker Times Square gibt es zum Film eine eigene Ausstellung mit Kostümen aus der Saga. Insgesamt sollen die Werbekosten für den Film Experten zufolge deutlich über dem Budget der Dreharbeiten von 200 Millionen Dollar gelegen haben.

"Star Wars" gehört zu den erfolgreichsten Marken der Welt. Seit sich Disney 2012 die Lizenzen gesichert hat, ist das Merchandising deutlich gewachsen. Bis zu fünf Milliarden Euro könnte Disney Analysten zufolge bis Weihnachten mit Fanartikeln einnehmen.

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