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Panorama Land richtet regionale Beratungszentren ein
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00:15 20.11.2016
Von Saskia Döhner
Recht auf Teilhabe: Das Land will den Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern voranbringen. Quelle: Uwe Anspach
Hannover

Um den umstrittenen gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Handicap voranzubringen, will Niedersachsen jetzt ein Netzwerk von regionalen Beratungsstellen aufbauen. Ab Februar 2017 sollen zunächst zwölf Planungsgruppen – in Großstädten wie in ländlichen Regionen – starten, im Sommer sollen dann die ersten Zentren ihren Betrieb aufnehmen. Bis 2021 plant das Land für jeden Kreis eine Beratungsstelle, geleitet werden könnten sie von Rektoren der auslaufenden Förderschulen.

In den Planungsgruppen sollen Regelschullehrer und Sonderpädagogen, Mitarbeiter der Landesschulbehörde und des Schulträgers zusammensitzen. Seit drei Jahren haben Eltern in Niedersachsen die Wahl, ob sie ihr behindertes Kind auf eine Regel- oder eine Förderschule schicken. Rund 60 Prozent der Familien, die ein Kind mit Beeinträchtigung in den Jahrgängen 1 bis 8 haben, entscheiden sich mittlerweile für eine Regelschule. Im Schuljahr 2015/16 wurden landesweit 15 661 Schüler mit Förderbedarf an einer Regelschule unterrichtet.

„Wir haben mit der Inklusion einen der größten Umstellungsprozesse der Schulgeschichte vor uns“, sagte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) am Donnerstag. Es sei aber nicht nur Aufgabe der Schulen, sondern ein gesamtgesellschaftlicher Veränderungsprozess. Kein Kind dürfe zurückgelassen werden. „Die inklusive Schule ist die Schule der individuellen Förderung“, sagte die Ministerin.

Anfangsbegeisterung ist verflogen

2012 hatten sich alle Landtagsfraktionen für die Einführung der Inklusion ausgesprochen. Die Anfangsbegeisterung ist aber verflogen, und die politische Einigkeit ist auch vorbei. Lehrer an Regelschulen fühlen sich überlastet, viele Sonderpädagogen hetzen von Einsatzort zu Einsatzort und sehen sich nirgendwo richtig angebunden. Schulbegleiter sind vielfach nicht Teil des Teams im Klassenraum. Elternvertreter verlangen deshalb eine Pause von der Inklusion. Björn Försterling (FDP) sagte am Donnerstag: „Die Inklusion an Regelschulen droht grandios zu scheitern.“ Er forderte deshalb, die Förderschulen für Kinder mit Lernproblemen erst mal zu erhalten.

Dem erteilte Heiligenstadt eine klare Absage. Ein Zurück werde es nicht geben. Kein Kind solle den Satz hören müssen: „Auf diese Schule gehörst du nicht.“ Die Inklusion habe sich bewährt, bei Lehrern sei es keine Frage des Ob, sondern nur noch des Wie. In Klassen, in die auch behinderte Kinder gingen, sei das soziale Klima besser. Teilweise erreichten die Behinderten an Regelschulen sogar bessere Lernergebnisse als an Förderschulen.

Während die CDU den Aufbau eines bürokratischen Systems kritisierte, kam von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und vom Landeselternrat Lob für die Beratungsstellen. Anderthalb Jahre lang habe man mit den Verbänden diskutiert, sagte Heiligenstadt. Bis 2020 investiert das Land 1,7 Milliarden Euro in den gemeinsamen Unterricht.     

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