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Panorama Daniel Schuhmacher ist Deutschlands neuer „Superstar“
Mehr Welt Panorama Daniel Schuhmacher ist Deutschlands neuer „Superstar“
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10:25 10.05.2009
Deutschland hat einen neuen „Superstar“: Der 22-jährige Daniel Schuhmacher lag im Finale knapp vorn. Quelle: Clemens Bilan/ddp
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Daniel Schuhmacher kann es nicht fassen. Der Applaus donnert, das Feuerwerk sprüht, und der Moderator will endlich einen Kommentar des frisch gekürten „Superstars“. Doch der kann nur hemmungslos schluchzen. „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“, bricht es aus dem 22-jährigen Schüler aus Pfullendorf heraus. Mit nur hauchdünnem Vorsprung kann der Mädchenschwarm am Samstagabend das Finale der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“, kurz „DSDS“, für sich entscheiden und Konkurrentin Sarah Kreuz abhängen.

Das härteste „Fernsehduell des Jahres“ hatte Moderator Marco Schreyl angekündigt. Doch stattdessen herrscht in Köln Harmonie pur. Die beiden aus gut 31.000 Bewerbern hervorgegangenen Finalisten halten Händchen und werden von der Jury um Dieter Bohlen nur so mit Lob überschüttet. Vor allem Daniels Samtstimme hat es dem Pop-Titan angetan. „Ich kenne keinen Menschen auf dem ganzen Planeten und umliegenden Ortschaften, der so eine geile Stimme hat wie du“, lobt der nicht immer so charmante Bohlen.

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Beim Auftakt mit dem Song „Soulmate“ von Natasha Bedingfield wirkt der blonde Daniel noch etwas nervös. Doch dann bringt seine Version von Bill Withers „Ain’t No Sunshine“ die Jury ins Schwärmen. Der Durchbruch gelingt dem Baden-Württemberger mit Dreitagebart und Mega-Pony an diesem Abend, als er ganz in weiß im Sternenregen über die Bühne schwebt und den Siegertitel „Anything but love“ singt - einen Schmusesong von Dieter Bohlen.

Dass es dann doch noch überraschend eng wird für den Top-Favoriten, liegt an seiner Konkurrentin. Während Sarah Kreuz in mancher Mottoshow mürrisch rüber kam und durch Texthänger auffiel, leistet sie sich im Finale keinen Patzer. „Traumfrau, Traumstimme“, staunt Bohlen mit Blick auf die gefühlvollen Balladen der 19-Jährigen aus Poppenhausen bei Schweinfurt.

Weder er noch seine Mitjuroren, MTV-Moderatorin Nina Eichinger und Musikmanager Volker Neumüller, mögen sich da auf einen klaren Favoriten festlegen. Den Fernsehzuschauern geht es ähnlich. Mit 50,47 Prozent der Stimmen liegt Daniel bei der Telefonabstimmung nur einen Wimpernschlag vor Sarah. So knapp war es bei „DSDS“ noch nie.

Dass der bislang eher schüchterne Wirtschaftsoberschüler Daniel tatsächlich zum Star taugt, wird er noch beweisen müssen. Bislang hatten andere Aufsehen erregt: die blonde Annemarie Eilfeld vor allem, der bis zu ihrem Halbfinal-Aus die Rolle der Superzicke zufiel. Oder der brave Verwaltungsangestellte Holger Göpfert, der auf der Bühne zum „Joe Cocker auf Speed“ (O-Ton Jury) mutierte. Doch nun ist es Daniel, der Superstar-Hoffnungen hegen darf.

Dass es seine Vorgänger Alexander Klaws, Elli Erl, Tobias Regner, Mark Medlock und Thomas Godoj nicht auf die ganz großen Bühnen geschafft haben, scheint an diesem Abend nebensächlich. Daniel Schuhmacher weiß gar nicht wohin mit seiner Freude über Titel und Plattenvertrag. Er lässt seinen Tränen freien Lauf, knuddelt Ex-Konkurrentin Sarah und seine Oma und strahlt: „Oh Gott, ich habe ’DSDS’ gewonnen!“

Nächstes Jahr möchte Juror Bohlen wieder solchen Jubel hören. Die sechste Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ werde nicht seine letzte sein, kündigt er an.

afp