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Panorama China-Köche wurden offenbar nicht von Mafia eingeschleust
Mehr Welt Panorama China-Köche wurden offenbar nicht von Mafia eingeschleust
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16:33 18.08.2009
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Das Trio, das mehr als 1000 Chinesen in Restaurants für einen Hungerlohn hatte schuften lassen, habe unabhängig operiert, sagte Oberstaatsanwalt Jürgen Lendeckel am Dienstag in Hannover. Bei den drei Drahtziehern seien mehr als 900 000 Euro an Vermögenswerten beschlagnahmt worden, wovon die chinesischen Köche zumindest einen Teil ihres vorenthaltenen Lohnes erhalten sollen. Die Auswertung der bei der Durchsuchung von 180 Restaurants beschlagnahmten Unterlagen werde noch längere Zeit dauern.

Das kriminelle Trio hatte zehn Jahre lang in China Köche für Deutschland angeworben und unter Vorlage regulärer Arbeitsverträge Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen für die Chinesen erhalten. In Deutschland mussten die Köche dann jedoch ihre Pässe abgeben und bei einem Lohn von 600 bis 800 Euro im Monat bis zu 90 Stunden in der Woche schuften. Eine Vielzahl der Köche sei bereit, die persönliche Situation vor Gericht zu schildern, sagte der Sprecher des Landeskriminalamtes in Hannover, Frank Federau. Den Köchen sei in China zugesichert worden, sie kehrten nach drei bis vier Jahren Arbeit als reiche Leute nach Hause zurück und hätten für sich und ihre Familie ausgesorgt. „Das sie so ausgebeutet werden, wurde ihnen nicht gesagt.“

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Die Arbeitsbedingungen der chinesischen Köche wurden in Geheimverträgen festgehalten, von denen 50 hätten beschlagnahmt werden können, sagte Federau. Ob die Ausbeutung von chinesischem Restaurant-Personal in Deutschland noch größere Dimensionen habe, konnte er nicht sagen. Die Ermittlungen hätten sich auf die von dem Trio seit zehn Jahren betriebene Vermittlungsagentur beschränkt. Inwiefern es bei anderen Vermittlungsagenturen ebenfalls zu Betrügereien komme, könne er nicht sagen.

lni