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Panorama Caroline steht ihrem Mann trotz aller Gerüchte bei
Mehr Welt Panorama Caroline steht ihrem Mann trotz aller Gerüchte bei
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22:09 13.01.2010
Schwere Zeiten: Die medienscheue Caroline von Hannover unterstützt vor Gericht ihren Mann, obwohl der sich offenbar mit einer anderen vergnügt. Quelle: HAZ
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Sie hat es tatsächlich getan. Caroline Prinzessin von Hannover ist von Monaco nach Hildesheim gekommen und hat vor Gericht und vor den Augen der Öffentlichkeit ihren Ehemann verteidigt. Ernst August wird vorgeworfen, einen Diskobesitzer krankenhausreif geschlagen zu haben. Er sagt, es seien nur zwei Ohrfeigen gewesen. Caroline gibt ihm Recht.

Doch bevor die Prinzessin am Mittwoch den Saal des Landgerichts betritt, müssen die Fotografen und Kameraleute ihn räumen. Das ist eine Bedingung, die die Paparazzi-geplagte Prinzessin für ihr Erscheinen gestellt hat. Dann betritt sie, umringt von Bodyguards, zügigen Schrittes den Schwurgerichtssaal. Zierlich ist sie. Viel kleiner und schmaler, als es die Bilder in den Illustrierten suggerieren. Ihren Kopf hält sie gesenkt, Haarsträhnen verdecken ihr Gesicht. Den halblangen, hellbraunen Mantel hat sie sich über die Schultern gelegt. Ganz in Schwarz ist sie gekleidet: schwarzer Pullover, schwarze Hose, schwarze Lederschuhe. Ein grau-schwarz gemustertes Tuch liegt um ihrem Hals. Caroline trägt eine dick umrandete Brille, die fast zu groß ist für ihr schmales Gesicht. Falten ziehen sich links und rechts der Nase zu den Mundwinkeln. Auf den ersten Eindruck wirkt die Frau von Ernst August mitgenommen. Sie hätte allen Grund dazu.

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Ein Boulevardblatt hat es sich nicht nehmen lassen, die königliche Hoheit mit einer besonderen Geschichte zu begrüßen. „Das ist die Frau, mit der Ernst August fremd plantschte“, steht da. Es geht um jene Frau, mit der der Prinz gesehen wurde, als er zum Jahreswechsel Urlaub in Thailand machte. Es handele sich, so schreibt das Blatt, um die 41-jährige Myriam aus Marrakesch, die seit Jahren zum Bekanntenkreis des adeligen Ehepaares zählt. Nun gibt es Fotos, die zeigen, wie Ernst August diese Myriam küsst.

Caroline ist verschnupft. Als die 52-Jährige vor Gericht zunächst auf Französisch beginnt, ihre Angaben zur Person zu machen, hustet sie. Das Hustenbonbon der Dolmetscherin lehnt sie ab, nimmt stattdessen einen Schluck Wasser. „Der Angeklagte ist Ihr Ehemann.“ Es ist mehr eine Feststellung als eine Frage des Vorsitzenden Richters Andreas Schlüter. Trotzdem sind alle im Saal gespannt auf die Antwort. Die ist kaum zu vernehmen. Caroline streicht sich mit dem rechten Zeigefinger über den Nasenrücken. „Oui“, meint man zu hören.

Dann jedoch wird sie aufgefordert, am Stück zu erzählen, was sich vor genau zehn Jahren, in der Nacht zum 15. Januar 2000, am Strand der kenianischen Insel Lamu ereignet hat. Sie tut das souverän. Mit fester, leicht rauer Stimme berichtet sie knapp zwei Stunden lang auf Englisch mit feinem britischen Akzent von der verhängnisvollen Begegnung zwischen ihrem Mann und Josef Brunlehner. Caroline erzählt, wie sie und Ernst August am Abend mit den Hotelbesitzern zum Essen zusammensaßen und auch über die Belästigung durch Lärm- und Laserstrahlen von Brunlehners Diskothek auf der Nachbarinsel sprachen. Dann habe plötzlich jemand gerufen, dass der „Joe“, wie Brunlehner von den Einheimischen genannt wird, am Strand sei. Caroline gibt an, ihr Mann sei aufgestanden und dorthin gelaufen. Auf einer kleinen Treppe sei er auf Brunlehner gestoßen und habe ihm zwei Ohrfeigen verpasst. „One for the music and one for the light“ („Eine für die Musik und eine für das Licht“), habe sie ihn rufen hören.

„Wie kräftig waren die Schläge?“, fragt der Richter. „Es waren keine sehr starken Schläge, es waren eigentlich mehr symbolische“, sagt sie. Brunlehner habe vermutlich vor Überraschung die Balance verloren und sei rückwärts in den Sand gefallen. Verletzt habe er nicht gewirkt. Er habe sich wieder aufgerappelt und sei zurück zum Boot gerannt. „Mein Mann hat ihm noch ein paar Sachen nachgerufen, die nicht so geeignet sind, um vor Gericht zitiert zu werden“, sagt Caroline. Der Richter wird es später dennoch tun. „Du deutsches Schwein. Du schwules Schwein. Du Zuhälter. Ich hetze eine Mafiabande auf dich, die dich in Stücke schneidet“, liest er vor.

Ob Ernst August etwas in der Hand gehalten hatte, will der Richter wissen. Einen Ring vielleicht? „Mein Ehemann trägt generell keine Ringe, auch keinen Ehering.“ Was sie denn zum Verhalten ihres Mannes sage, fragt der Richter. Sie wolle sein Verhalten nicht rechtfertigen, antwortet sie. Doch: „Manchmal ist es nicht so einfach, sich so zu benehmen, wie man sollte.“ Caroline spricht noch immer von den Ohrfeigen, mancher Zuhörer wird an gewisse Thailand-Fotos denken. Zum Wesen ihres Mannes befragt, sagt sie: „Ja, er hat ziemliches Temperament – wie viele Männer.“

Es ist ein großer Auftritt Carolines. Die Anwälte ihres Mannes sind zufrieden, die Zuschauer beeindruckt. „Ich bewundere sie dafür, dass sie hierher gekommen ist, trotz dieser Sache mit ihrem Mann“, sagt eine 70-jährige Frau: „Alle Achtung.“ Caroline hätte als Ehefrau die Aussage verweigern können. Sie hat es nicht getan. Ernst August wird ihr viel zu verdanken haben, wenn im Frühjahr das Urteil fällt.

Von Wiebke Ramm