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Panorama Bürger wollen Seitenarm der Jeetzel kaufen
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06:23 03.02.2017
Von Michael B. Berger
Bürgerinitiative auf einer Brücke über die Jeetzel: „Die Empörung hat uns zusammengebracht.“ Foto: privat Quelle: *erler-dp
Hitzacker

Doch vielleicht kann der rührige Verein das Geld wieder an die Spender zurückgeben. Denn nun zeichnet sich eine neue Wendung der Dinge ab: Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) sichert den Flusskämpfern Unterstützung zu. „Wir lehnen eine Privatisierung des Flusses ab und gehen davon aus, dass der Bund das Flussstück dem Land überlassen wird, möglichst kostenlos“, sagte Wenzel gestern der HAZ.

Das 820 Meter lange Flussstück ist nicht irgendein Areal, sondern einer der touristischen Anziehungspunkte Hitzackers. „Der Fluss macht die Altstadt zur Insel“, erläutert Eike Weiss vom Verein „Gemeinsam für Hitzacker“. Hier mündet die Jeetzel in die Elbe. An den Anlegern dieses Jeetzel-Abschnitts machen zahlreiche Ausflugsboote fest. Hier liegen unter anderem ein Restaurantschiff sowie ein ehemaliges Zollboot, das heute für Trauungen eingesetzt wird. Vor der deutschen Wiedervereinigung sei dieser Flussabschnitt der Schutzhafen für die Zollboote gewesen. Vermutlich gehöre er nur deshalb dem Bund, während der Rest der 74 Kilometer langen Jeetzel dem Land gehöre, erläutert Weiss.

„Flussaktien“ verkauft

Als vor Monaten bekannt wurde, dass die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben das Areal für knapp 90 000 Euro verkaufen wollte, weil die Jeetzel als Bundeswasserstraße entwidmet wurde, war die Aufregung groß. Denn in Hitzacker seien schon viele ehemals öffentlich genutzte Flächen privatisiert worden. „Jetzt wird eine rote Linie überschritten“, befanden die Initiatoren der Bürgerinitiative. Blitzschnell, sagt Vorsitzender Neubauer, sei ein Verein gegründet worden, um die Privatisierung des Jeetzel-Armes zu verhindern: „Die Empörung hat uns zusammengebracht.“

Dass die relativ arme 3500-Einwohner-Stadt Hitzacker das Flüsschen nicht kaufen könne, sei den Vereinsmitgliedern schnell klar gewesen. Deshalb organisierten sie Protest, schalteten die örtlichen Bundestagsabgeordneten ein oder verkauften „Flussaktien“, um das Schlimmste zu verhindern. Immerhin erreichten sie, dass die Frist verstrich, bis zu der der Bund das Flüsschen verkaufen wollte. Eigentlich sollte die Sache schon bis zum Ende des vergangenen Jahres entschieden worden sein. „Jetzt haben wir erreicht, dass die Frist bis zum 31. März 2017 verlängert worden ist“, sagt Neubauer.

Diese Woche waren Neubauer und Weiss im Landtag und besprachen mit Landesvertretern, wie die Jeetzel-Krise zu lösen wäre. Nach der Unterredung zeigten sich die Gäste aus Hitzacker angetan von den positiven Signalen. „Es tut sich endlich was.“

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