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Panorama Brutaler Messerstecher kommt in Psychiatrie
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15:46 18.12.2012
„Eine Gefahr für Andere“ – nach der brutalen Messerattacke auf seine Lebensgefährtin muss ein Hamburger in die Psychatrie. Quelle: Symbolbild
Hamburg

Nach einem grauenhaften Messer-Angriff auf seine im Bett liegende Freundin in Hamburg kommt ein 57-Jähriger in eine Psychiatrie. Das Landgericht der Hansestadt verurteilte den Angeklagten am Dienstag außerdem zu acht Jahren Haft wegen versuchten Mordes aus Heimtücke.

Er stach auf sie ein – und kochte sich einen Tee

„Sie haben aus nichtigem Anlass eine entsetzliche Tat begangen“, hieß es in der Urteilsbegründung. Der drogenabhängige Mann, der durch Gräuel im Ersten Golfkrieg schwer traumatisiert sei und damals auch zwei Kinder verloren habe, sei eine Gefahr für die Allgemeinheit. Vor knapp einem halben Jahr hatte er nach Feststellung der Richter nachts mit einem Brotmesser mehrfach auf seine Lebensgefährtin eingestochen. Das blutüberströmte Opfer ließ er allein im Schlafzimmer zurück – und kochte sich einen Tee. Später kam er wieder zurück und rammte der schwer verletzten Frau erneut die mehr als 20 Zentimeter lange Klinge in den Bauch. Sie hatte ihn zuvor angefleht, Hilfe zu holen – oder sie zu töten.

Die Frau zog das Messer eigenhändig heraus. Es gelang ihr, sich trotz ihrer schweren Verletzungen ins Wohnzimmer zu schleppen und ihre Schwester anzurufen. Das Leben der 64-Jährigen – sie hatte etwa die Hälfte ihres Blutes verloren – konnten Ärzte nur mit einer Notoperation retten. Bei der schrecklichen Tat war der Angeklagte nach Ansicht des Gerichts nur vermindert schuldfähig. Vor der Urteilsverkündung hatte das Opfer dem Gericht einen Brief geschrieben und um Gnade für den 57-Jährigen aus dem Iran gebeten. Sie liebe ihren Freund noch immer und habe ihm verziehen, erklärte die Frau, die als Nebenklägerin auftrat.

Eine Gefahr für Andere

„Wir sind beeindruckt von der Stärke Ihrer Liebe“, sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Backen. Aber: „Ihr Freund ist nicht nur eine Gefahr für Sie, sondern auch eine Gefahr für andere.“ Der Angeklagte muss dem Opfer auch ein Schmerzensgeld von 12.000 Euro zahlen. Der Mann nahm das Urteil ohne erkennbare Regung entgegen. Die 64-Jährige habe ihren Partner manchmal „Junkie“ genannt, erklärte das Gericht – auch in der Tatnacht. Das habe ihn extrem verletzt und wütend gemacht. „Ähnlichen Kränkungen wird der Angeklagte wahrscheinlich noch öfter in seinem Leben ausgesetzt sein“, hieß es. Die Behandlung in einer psychiatrischen Klinik müsse der 57-Jährige, der bereits früher gewalttätig geworden sei, daher als Chance begreifen. Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatten ebenfalls gefordert, den Mann in einer Psychiatrie unterzubringen. Die Anklage hatte außerdem zehn Jahre Haft gefordert, die Verteidigung drei Jahre.

dpa

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