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Panorama Brandstifter von Salzhemmendorf angeklagt
Mehr Welt Panorama Brandstifter von Salzhemmendorf angeklagt
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19:26 13.01.2016
Von Michael B. Berger
Quelle: dpa
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Salzhemmendorf

Das Anschlagsopfer Margret D. soll seit jener Nacht Ende August, als ein Molotowcocktail in ihre Wohnung im Erdgeschoss flog, nicht mehr gut schlafen. Sie hatte doppelt Glück, dass der Brandanschlag in Salzhemmendorf misslang. Zum einen, weil ihr Sohn in der Brandnacht vom 28. August 2015 nicht in dem Zimmer übernachtete, zum anderen, weil aufmerksame Nachbarn der Polizei halfen, den Täter sehr schnell auf die Spur zu kommen. Nun muss sich das einen Tag später gefasste Trio vor dem Landgericht Hannover verantworten. Die Anklage, die die Staatsanwaltschaft Hannover nach fünf Monate langer Ermittlung zusammengetragen hat, wiegt schwer: Versuchter Mord in Tateinheit mit versuchter schwerer Brandstiftung.

Was genau die beiden 25 und 31 Jahre alten Männern und die 24-jährige Frau zu ihren Taten trieb, ist noch offen. Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft haben sie sich selbst nicht zu ihren Motiven geäußert. Nach Überzeugung der Ermittler handelte das Trio aus fremdenfeindlicher Gesinnung. Es sitzt seit seiner Festnahme am Tag nach der Brandstiftung ununterbrochen in Untersuchungshaft.

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Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete im September kurz nach der Festnahme der mutmaßlichen Täter, das Trio habe sich vor der Brandlegung in einer Garage im fünf Kilometer entfernten Lauenau getroffen. Die Männer hätten viel Alkohol getrunken – von Bier und zwei Flaschen Weinbrand war die Rede – und sich mit der Frau durch die Musik rechtsextremer Bands aufgeputscht. Angeblich hätten die drei sich das Haus in Salzhemmendorf gezielt ausgesucht, weil dort Asylbewerber wohnten. Das Mädchen habe die beiden jungen Männer nach Salzhemmendorf gefahren, hieß es weiter.

Auch, dass sich die Tatverdächtigen während der Vernehmungen gegenseitig belastet hätten, berichtete das Münchener Blatt. Von offizieller Seite kam zu diesen Informationen nichts. Nur der Hinweis, dass jetzt die Staatsanwaltschaft nach dem „Maulwurf“ suche, der die Ermittlungsakten weitergereicht haben könnte.

Fest steht jedenfalls, dass einer aus dem Trio, der 25-jährige Tatverdächtige, bei der freiwilligen Feuerwehr tätig war. Er war später sogar bei den Löscharbeiten dabei, wurde aber bald darauf vom Ortsbrandmeister wieder aus der Feuerwehr geschmissen. Kurze Zeit darauf musste auch der Jugendwart der Wehr zurücktreten, weil er sich in sozialen Netzwerken als Unterstützer der rechtsextremen NPD geoutet hatte. Der 31  Jahre alte Tatverdächtige soll nach dem Brandanschlag Reue gezeigt haben. Seine Tat sei durch nichts zu rechtfertigen, schrieb er an den NDR. Jeder Mensch habe das Recht dort zu leben, wo es ihm am besten gehe. Er „verabscheue die Tat zutiefst“.

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