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Panorama Brandanschlag auf Hähnchenmastanlage in Sprötze
Mehr Welt Panorama Brandanschlag auf Hähnchenmastanlage in Sprötze
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12:50 01.08.2010
Quelle: Tim Schaarschmidt (Symbolbild)
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Die Proteste militanter Tierschützer gegen Hähnchenmastanlagen scheinen eine dramatische Dimension erreicht zu haben. Unbekannte verübten in der Nacht zum Freitag auf eine Anlage im Buchholzer Ortsteil Sprötze (Kreis Harburg) einen Brandanschlag. Dabei wurde das Gebäude komplett zerstört. Die Polizei geht eindeutig von Brandstiftung aus. Da bereits Wochen zuvor Tierschützer gegen diese Anlage vor dem Buchholzer Rathaus protestiert und eine mehrtägige Mahnwache vor dem Hof abgehalten hatten, konzentrieren sich die Ermittlungen inzwischen auf diese Gruppen.

„Wer sonst sollte einen Grund haben so etwas zu tun?“, sagte der Sprecher des niedersächsischen Agrarministeriums, Gert Hahne. Eine solche Eskalation sei erschütternd. „Das nächste Mal könnte ein Wohnhaus danebenstehen und Menschen zu Schaden kommen“, betonte Hahne.

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Niedersachsen Agrarministerin Astrid Grotelüschen (CDU) verurteilte am Sonntag den Brandanschlag aufs Schärfste. Auf einer Solidaritätsveranstaltung am Brandort sagte die Ministerin der Nachrichtenagentur dpa: „Vor den Trümmern zu stehen schnürt mir die Kehle zu. Mit dieser Brandstiftung ist eine Grenze überschritten worden.“ Sie appellierte an die Täter, zur Sachlichkeit zurückzukehren, ehe „noch mehr Menschen in Angst und Schrecken versetzt werden.“ Bei dem Brand war ein Schaden in Höhe von 500.000 Euro entstanden. Tiere waren zum Zeitpunkt des Feuers nicht in der Mastanlage, die erst in etwa vier Wochen in Betrieb gehen sollte.

Insgesamt hatten an der von dem Landvolk organisierten Veranstaltung 500 Menschen teilgenommen, darunter 300 Bauern aus der Umgebung. Die Landwirte wollen die betroffene Familie unterstützen. „Sie haben angekündigt, die Belohnung für die Ergreifung der Täter zu verdoppeln“, sagte der stellvertretende Landrat des Kreises Harburg, Heiner Schönecke.

Zuletzt hatte der geplante Bau einer Geflügelmastanlage im Kreis Celle für monatelange Proteste und politische Diskussionen gesorgt. Vor zwei Wochen hatte dann jedoch das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt Lüneburg den Bau der Anlage genehmigt.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

dpa

31.07.2010
31.07.2010
01.08.2010