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Panorama Boston: Zweiter mutmaßlicher Attentäter ist weiterhin auf der Flucht
Mehr Welt Panorama Boston: Zweiter mutmaßlicher Attentäter ist weiterhin auf der Flucht
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14:34 20.04.2013
Schwer bewaffnete Polizisten durchkämmen weiterhin die Straßen von Watertown nach dem mutmaßlichen Attentäter. Quelle: Reuters
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+++ 18.50 - CNN meldet, dass der flüchtige Terrorverdächtige Dzhokar Tsarnaev von seinem Twitter-Account in den letzten Tagen noch mehrere Nachrichten versandt hat. Unter anderem den Satz: „Ich bin ein stressfreier Kerl" und ein Zitat des Rappers Jay-Z.

+++ 18.34 - Der Ausnahmezustand bleibt bestehen. Gouverneur Deval Patrick bittet die Einwohner von Watertown im US-Fernsehen weiterhin um Geduld und darum, in ihren Häusern zu bleiben. Ein Sprecher der Polizei sagt, dass bereits „60 bis 70 Prozent der Häuser" in der Stadt durchsucht worden sind.

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+++ 18.02 - Die Suche nach dem flüchtigen Bombenleger von Boston geht weiter. Damit bleibt auch die permanente Anspannung für die Bewohner der Kleinstadt Watertown bestehen.

+++ 17.46 - Der Onkel der mutmaßlichen Bombenleger, dessen Haus die Polizei umstellt hatte, meldet sich in einem Interview zu Wort, das der Nachrichtensender n-tv zeigt. Er bittet die Opfer um Vergebung. Der Mann sagt außerdem, dass er seine Neffen seit Jahren nicht mehr gesehen habe. Er fordert den flüchtigen Verdächtigen auf, sich den Behörden zu stellen und um Vergebung zu bitten. „Er hat Schande über unsere Familie gebracht".

+++ 17.30 - Nach dem Bombenterror von Boston hat der US-Schauspieler Bradley Cooper (38) Verletzte der Anschläge im Krankenhaus besucht. Unter anderem sei er bei dem 27 Jahre alten Jeff Baumann gewesen, der bei den Explosionen beide Beine verloren hatte, berichteten US-Medien Die „New York Daily News" veröffentlichte ein Foto, auf dem Cooper am Krankenbett von Baumann zu sehen ist. Das Krankenhaus Boston Medical Center bedankte sich per Kurznachrichtendienst Twitter bei dem Schauspieler. „Ganz großen Dank an Bradley Cooper, dass er uns in unseren härtesten Wochen besucht hat." Bei den Anschlägen am Montag waren drei Menschen ums Leben gekommen und rund 170 verletzt worden.

+++ 17.27 - Der US-Außenminister John Kerry hat nach Angaben des Nachrichtensenders CNN die Arbeit der Strafverfolgungsbehörden für ihre Jagd nach den Verdächtigen gelobt.

+++ 17.22 - Die Chance, den flüchtigen Verdächtigen von Boston lebend zu fassen, ist nach Ansicht eines Sicherheitsexperten gering. „Polizisten in den USA werden trainiert zu töten", sagte Richard Falkenrath dem Fernsehsender „Bloomberg TV". Sicherlich wäre es für die Ermittlungen besser, wenn der Mann am Leben bliebe, räumte Falkenrath ein. „Aber die Sicherheit der Polizeibeamten geht vor". Falkenrath war Sicherheitsberater im Weißen Haus und hochrangiger Beamter bei der Terrorabwehr der New Yorker Polizei.

+++ 17.09 - Die Situation ist unübersichtlich: Die Bostoner Polizei hat den zuvor stillgelegten Taxiverkehr wieder freigegeben. Gleichzeitig wird von Schüssen in Watertown berichtet.

+++ 16.57 - Die Polizei hat den gesuchten grauen Honda gefunden – er ist verlassen. Der Wagen wird von Experten untersucht. Zuvor hatte die Polizei über Twitter gewarnt: "Verdächtiges Auto. Gehen Sie nicht heran."

+++ 16.29 - Die Bostoner Polizei ruft die Bevölkerung über Twitter dazu auf, sie über den Aufenthaltsort eines Autos zu informieren, das eventuell den Terrorverdächtigen gehört. Es handelt sich um einen grauen Honda, Baujahr 1999. Gleichzeitig warnen die Ermittler davor, sich dem Fahrzeug zu nähern.

+++ 16.20 - Beim London-Marathon an diesem Sonntag werden nach den Anschlägen von Boston 40 Prozent mehr Polizisten im Einsatz sein als vor einem Jahr. Damit seien mehrere Hundert zusätzliche Beamte auf den Straßen unterwegs, sagte Hauptkommissarin Julia Pendry von Scotland Yard. Genaue Zahlen nannte sie nicht. Die zusätzlichen Polizisten sollten den Zuschauern und Teilnehmern mehr Sicherheit vermitteln. Auch sollten mehr Spürhunde eingesetzt werden. Scotland Yard stehe in engem Kontakt mit den US-Behörden. Eine konkrete Bedrohung sieht Pendry allerdings nicht: „Es gibt zwischen dem Boston- und dem London-Marathon keine Verbindung und die Bedrohungsstufe für London hat sich nicht verändert."

+++ 15.23 - Das frühere Kriegsgebiet Tschetschenien im russischen Nordkaukasus hat eine Verbindung zu den Terrorverdächtigen nach dem Anschlag auf den Marathon in Boston zurückgewiesen. „Die Personen, die in Boston des Verbrechens beschuldigt werden, haben zu Tschetschenien keinerlei Beziehungen", sagte Alwi Karimow, der Sprecher von Republikchef Ramsan Kadyrow, der Agentur Interfax. Die in Boston genannten Brüder hätten 2002 im Kindesalter die islamisch geprägte Konfliktregion verlassen.


+++ 15.19 - Die Polizei von Boston warnt Fernsehteams, ihre Arbeit durch die Übertragungen zu erschweren. „WARNUNG: Gefährden Sie nicht die Sicherheit der Beamten, indem sie ihre taktischen Positionen der durchsuchten Häuser im Fernsehen zeigen", heißt es von den Ermittlern per Twitter.

+++ 15.15 - Die Polizei hat zweiten Terrorverdächtigen von Boston geortet und das Haus umstellt, in dem er sich aufhalten soll.

+++ 15.07 - Der bei der Fahndung getötete Terrorverdächtige wies nach Angaben eines Arztes schwere Verletzungen auf. Diese rührten sowohl von Schüssen als auch von einer Explosion her. Derzeit ist nicht klar, was letztlich tödlich war.

+++ 14.52 - Nach den Anschlägen auf den Bostoner Marathon haben nicht nur die Behörden, sondern auch Internetnutzer Fotos und Videos nach Hinweisen durchkämmt. Dabei stießen Netznutzer auch auf die beiden Männer, die von der Polizei als Verdächtige identifiziert wurden. Als ein Schlüsselbild erwies sich ein Foto, das ein Zuschauer kurz nach der Explosion der Bomben aufgenommen und online gestellt hatte. Auf dem Foto ist einer der beiden Tatverdächtigen in einer Menge fliehender Menschen zu sehen. Der Fotograf David Green sagte der „New York Times", die amerikanische Bundespolizei FBI habe ihn kontaktiert und um eine Kopie des Bildes gebeten, das er mit seinem iPhone aufgenommen hatte.

+++ 14.47 - Auf ihrer Flucht vor der Bostoner Polizei hat einer der Terrorverdächtigen wohl den anderen angefahren. CNN meldet, dass der eine Bruder den anderen mit einem geraubten Auto anfuhr und verletzte. Das sei offenbar im Chaos der Flucht geschehen.

+++ 14.26 - Bei der Suche nach dem Terrorverdächtigen von Boston hat die Polizei die Ausgangssperre auf die gesamte Großstadt ausgeweitet. „Bitte bleiben Sie zu Hause, schließen Sie die Tür ab und öffnen Sie nur Menschen, die sich eindeutig als Polizisten identifiziert haben", sagte Gouverneur Deval Patrick. „Bitte bleiben Sie geduldig und arbeiten Sie mit uns zusammen", sagte ein Polizist. „Wir machen gerade entscheidende Fortschritte, aber das könnte noch Stunden anhalten." Die Situation sei sehr ernst und jeder solle sie so behandeln. „Bitte befolgen Sie die einfachen Regeln. Wir brauchen die Öffentlichkeit, bleiben Sie in Sicherheit."

+++ 14.09 - Im Bostoner Vorort Watertown ist bei der Suche nach dem als Bombenleger verdächtigten Mann auch Militär im Einsatz. CNN zeigt patrouillierende Gefechtsfahrzeuge, vermutlich von der Nationalgarde.

+++ 13.58 - Die Polizei von Boston durchsucht jedes einzelne Haus im Vorort Watertown nach dem Verdächtigen. Die Ermittler haben per Twitter mitgeteilt, dass uniformierte Beamte eine „Door-to-door search" (Tür-zu-Tür-Suche) machen.

+++ 13.52 - Die beiden mutmaßlichen Bombenleger von Boston sind nach Informationen der US-Sender NBC und CNN Brüder aus Tschetschenien. Der am Freitagmorgen getötete 20-Jährige habe zunächst in Kasachstan gelebt, bevor er in die USA ausgewandert sei, meldet CNN. Er sei auf das Bunker Hill Community College gegangen.

+++ 13.44 - Die US-Luftfahrtbehörde FAA sperrt den unteren Luftraum über dem Nordwesten der Region Boston. Die Maßnahme soll den Sicherheitskräften uneingeschränkte Bewegungsfreiheit bei der Fahndung nach dem flüchtigen Tatverdächtigen verschaffen.

+++ 13.42 - Zum Hintergrund: Siedler gründeten das Städtchen Watertown im US-Bundesstaat Massachusetts im Jahr 1630 - ebenso wie die wenige Kilometer östlich gelegene Metropole Boston. Schnell entwickelte sich Watertown zu einem Zentrum für Handel und Industrie, hatte viele Jahre lang gar eine größere Bevölkerung als Boston und war 1775/76 für 18 Monate provisorische Hauptstadt von Massachusetts. Ein Großteil der heute rund 32 000 Einwohner Watertowns ist armenischer Abstammung. Angesichts des wirtschaftlichen Aufschwungs waren ihre Vorfahren Ende des 19. Jahrhunderts in die Region gekommen. Ihre Kultur prägt das Stadtbild bis heute. Der 1831 angelegte Mount-Auburn-Friedhof ist einer der ältesten öffentlichen Parks in den USA.

+++ 13.33 - Bei den beiden Terrorverdächtigen von Boston handelt es sich nach Informationen der „Washington Post" um Brüder im Alter von 19 und 20 Jahren. Das Blatt beruft sich auf seiner Website auf Angaben von Sicherheitsbehörden. Demnach soll der nach einer Verfolgungsjagd mit der Polizei getötete mutmaßliche Bombenleger vom Boston-Marathon der 20-Jährige sein. Der flüchtige Verdächtige sei 19 Jahre alt. Die Motive für die Bluttat seien immer noch unklar. Auch nach Informationen des „ Boston Globe" handelt es sich um ein Brüderpaar.

+++ 13.30 - Die Polizei von Boston hat eine „kontrollierte Sprengung" mitten in der Innenstadt angekündigt. Die Bewohner am Boston Common und in Charlesgate sollen auf die Detonation gefasst sein, meldet die Polizei per Twitter. Das Gebiet liegt mitten im historischen Zentrum der Metropole und ist auch einer der Hauptanziehungspunkte für Touristen.

+++ 13.07 - Die beiden Terrorverdächtigen von Boston sollen in den USA lebende Ausländer sein. Die beiden seien schon vor mindestens zwei Jahren in die USA eingewandert, meldet der Sender ABC unter Berufung auf Quellen innerhalb der zuständigen Behörden . Beide hätten völlig legal in den USA gelebt.

+++ 12.59 - Der nach dem Bombenanschlag von Boston seit Stunden gesuchte zweite Verdächtige könnte nach Befürchtungen der Polizei einen Sprengsatz am Körper tragen. Die Fahnder bereiten sich auf diese Gefahr vor, meldet CNN. Spezialisten sind vor Ort. Der Mann sei „extrem, extrem gefährlich". Sein mutmaßlicher Komplize war zuvor nach einer Verfolgungsjagd getötet worden.

+++ 12.50 - In dem Vorort Watertown, dem Schwerpunkt des Polizeieinsatzes, wurde der Verkehr für Privatfahrzeuge gestoppt. Alle Menschen sollen in ihren Häusern bleiben, Geschäfte dürfen nicht öffnen. Keine U-Bahn und kein Bus fährt am Morgen in der Großstadt. Die Polizei fordert Menschen an den Haltestellen und den Bahnhöfen auf, wieder nach Hause zu gehen. Die Anordnung trifft die mit Abstand größte Stadt Neuenglands mitten im beginnenden Berufsverkehr. Die Harvard-Universität, bekanntester und größter Arbeitgeber im Vorort Cambridge, bleibt ebenfalls geschlossen.

+++ 12.34 - Die Polizei setzt in Boston auch gepanzerte Fahrzeuge ein. CNN zeigte Aufnahmen von Spezialfahrzeugen mit schwer bewaffneten Polizisten an Bord. Zudem sollen Fahrzeuge im Einsatz sein, die speziell für die Entschärfung von Sprengsätzen ausgerüstet sind.

+++ 12.26 - Über der ganzen Region von Boston, wo die US-Polizei nach einem flüchtigen Verdächtigen des Terroranschlags  fahndet, kreisen Hubschrauber. Entsprechende Bilder zeigten TV-Sender am Freitag. Die Sicherheitskräfte suchen unter Hochdruck nach dem zweiten Verdächtigen. Ein mutmaßlicher Attentäter wurde mit zahlreichen Schüssen bereits getötet. Auch ein Polizist ist bei einem Schusswechsel am renommierten MIT in Cambridge bei Boston gestorben.

+++ 11.53 Uhr - US-Präsident Barack Obama wird nach Angaben des Präsidialamtes noch in der Nacht von einem Anti-Terror-Experten über die Entwicklungen der Ermittlungen zu den Bostoner Bombenanschlägen und über die Ereignisse in Watertown unterrichtet.

+++ 11.46 Uhr - In Boston wird der öffentliche Nahverkehr eingestellt. Dies gelte bis auf weiteres, teilte die Polizei mit. Zudem werden alle Zufahrtsstraßen nach Watertown für den Individualverkehr gesperrt.

+++ 11.31 Uhr - Der getötete Tatverdächtige hatte nach Angaben eines Arztes neben Schussverletzungen auch andere Verletzungen, die möglicherweise von einer Explosion stammen.

rtr/dpa/rah/kon

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