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Panorama Bomben-Verwirrung in Hamburg: Elbtunnel doch nicht gesperrt
Mehr Welt Panorama Bomben-Verwirrung in Hamburg: Elbtunnel doch nicht gesperrt
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18:17 13.10.2010
Im Hamburger Hafen ist ein Metallgegenstand freigelegt worden, bei dem es sich möglicherweise um eine Bombe handelt.
Im Hamburger Hafen ist ein Metallgegenstand freigelegt worden, bei dem es sich möglicherweise um eine Bombe handelt. Quelle: dpa
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Aufschub für das erwartete Verkehrschaos in Hamburg: Der Elbtunnel ist am Mittwoch doch nicht wegen einer möglichen Bombenentschärfung gesperrt worden. Bei der Freilegung des Metallgegenstands im Hafen habe es „unvorhersehbare Verzögerungen“ gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Der vermutete Blindgänger liegt schwer zugänglich in elf Metern Tiefe.

Eigentlich war geplant, die Autobahn 7 zwischen den Anschlussstellen Bahrenfeld und Heimfeld - inklusive der Staufalle Elbtunnel - vom frühen Mittwochnachmittag an dicht zu machen. Wann es nun zu dem Einsatz kommt, blieb zunächst unklar. „Tendenziell auch am Donnerstag nicht“, kündigte der Sprecher an. Ein Feuerwehrsprecher sagte: „Es könnte Tage dauern.“

Der Gegenstand, vermutlich ein Blindgänger, war Anfang Oktober auf einem Gelände im Stadtteil Waltershof geortet worden - in direkter Nähe des Wasserschutzpolizeikommissariats 1. Ob es sich dabei tatsächlich um eine Weltkriegsbombe handelt, steht bisher nicht fest.

Die Polizei geht aber davon aus, dass es vermutlich ein etwa 500 Kilo schwerer Sprengsatz ist. Eine Sprecherin hatte daher bereits am Dienstag vor erheblichen Verkehrsproblemen wegen der geplanten Komplettsperrung der A7 gewarnt. Der Feuerwehrsprecher betonte: „Es kann ein Eisenstück sein, es kann aber auch eine Bombe sein.“

Im Hamburger Hafen werden immer wieder Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Experten suchen dort bereits seit einiger Zeit gezielt nach Sprengsätzen.

Mit Baggerarbeiten versucht eine beauftragte Firma, die vermutete Bombe freizulegen. Am Mittwochvormittag war jedoch klar, dass sich der Zeitplan für die Streckensperrung vor und hinter dem Elbtunnel verzögert. Der Grund: Rund um den Gegenstand - die Feuerwehr nennt ihn „Verdachtskörper“ - musste Grundwasser abgepumpt werden. „Durch einen Grundwassereinbruch innerhalb der Ausgrabungsgrube kam es zu technischen Schwierigkeiten“, erklärte der Feuerwehrsprecher. Am Nachmittag wurde die Autobahn-Sperrung dann ganz absagt.

Die Firma müsse nun zunächst die technischen Probleme lösen, hieß es bei der Feuerwehr - und dann weitergraben. Denn die elf Meter Tiefe seien noch längst nicht erreicht. „Sollte es nach Freilegung des Verdachtskörpers zu einem Kampfmittelfund kommen, werden die konkreten Maßnahmen durch den Kampfmittelräumdienst der Feuerwehr Hamburg festgelegt.“

Im niedersächsischen Braunschweig wurde unterdessen eine für Sonntag geplante Bombenräumung abgesagt. Ein verdächtiges Objekt hatte sich als Zinkeimer entpuppt. Seit dem verheerenden Unglück in Göttingen vor einigen Monaten, bei dem drei Sprengmeister ums Leben gekommen waren, sei der Kampfmittelräumdienst noch sensibler geworden, hieß es bei der Stadt.

dpa