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Panorama „Body Shaming“-Vorwürfe: Australischer Freizeitpark überprüft Gewicht der Besucher
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10:49 01.10.2021
Der Freizeitpark Adventure World hat mit seinen neuen Wiegestationen für Furore gesorgt. (Symbolbild)
Der Freizeitpark Adventure World hat mit seinen neuen Wiegestationen für Furore gesorgt. (Symbolbild) Quelle: Philipp Schulze/dpa
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Perth

Der australische Freizeitpark Adventure World in Perth lässt als neue Sicherheitsmaßnahme alle Besucher wiegen, bevor sie in die Fahrgeschäfte eingelassen werden. Um die Sicherheitsanforderungen der Hersteller besser umsetzen zu können, hat der Freizeitpark Stationen zum Wiegen der Besucher aufgestellt. Leuchtet das Lämpchen grün, ist der Fahrgast innerhalb der Gewichtsgrenze und darf einsteigen. Blinkt das Lämpchen rot, darf die Person nicht mitfahren.

Öffentliche Demütigung

Die Schilder, die die Gewichtsgrenzen angeben, „Please check to avoid dissapointment“ (Überprüfen Sie selber, um Enttäuschungen zu vermeiden), haben nun für große Empörung gesorgt. Im Gespräch mit „7News“ berichtete eine Mutter, wie beschämend es gewesen sei, als ihrer Tochter vor ihren Freunden verboten wurde, einige Fahrgeschäfte zu nutzen. In den vergangenen Jahren habe sie keine Probleme mit ihren Kindern in dem Freizeitpark gehabt, „dieses Jahr blinken uns rote Lichter ins Gesicht, die uns sagen, dass wir das nicht tun dürfen“.

Eine andere Mutter berichtete, dass ihre Tochter zwar mitfahren durfte, aber das Anstehen in der Schlange und Warten auf das grüne oder rote Licht Angst verursacht hätten. Außerdem werde das Gewicht laut von der Maschine vorgetragen, sodass alle Umstehenden es hören können.

Entschuldigung für „Missverständnis“

Der Freizeitpark entschuldigte sich öffentlich, dass es zu so „einem Missverständnis“ gekommen sei. Die Gewichtsangaben würden sich nicht auf das maximale Gewicht des Fahrers beziehen, sondern auf das Durchschnittsgewicht aller Fahrer, um den Sicherheitsmaßnahmen der Hersteller gerecht zu werden.

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Park weist „Body Shaming“-Vorwürfe zurück

Für eine Achterbahn gab der Freizeitpark zuvor beispielsweise ein Gewicht von etwa 75 Kilogramm je Fahrer an. Kurz nach den Anschuldigungen änderte der Park dies in ein Durchschnittsgewicht von 600 Kilogramm für acht Fahrer. „Solange sich der Sicherheitsgurt eines Fahrers vollständig schließen lasse und alle anderen Sicherheitsanforderungen erfüllt sind, können auch Fahrer über 75 Kilogramm fahren“, sagte der Leiter des Parks, Andrew Sharry.

Obwohl die Waagen neu seien, habe es keine Änderungen an den Sicherheitsanforderungen des Herstellers gegeben. Sharry sagte, die Gewichtswaagen dienten dem Komfort der Fahrgäste und seien eine „Skala zur Sicherheitsbewertung des Fahrergewichts für den Betreiber“. Dies sei im ganzen Land die Norm in Freizeitparks und Adventure World sei nicht der einzige Park, der ein solches System eingeführt hätte.

RND/vkoe

Der Artikel "„Body Shaming“-Vorwürfe: Australischer Freizeitpark überprüft Gewicht der Besucher" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.