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Panorama Blutbad auf Campingplatz - Lebenslange Haft
Mehr Welt Panorama Blutbad auf Campingplatz - Lebenslange Haft
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14:52 21.04.2010
Quelle: dpa (Archiv)
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Acht Monate nach dem Dreifachmord auf einem Campingplatz im westfälischen Coesfeld ist der mutmaßliche Mörder zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Münster erkannte am Mittwoch auf eine besondere Schwere der Schuld, womit eine Haftentlassung nach 15 Jahren ausgeschlossen ist, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Der 34-jährige Maler hatte seine Ex-Freundin und deren Eltern mit einem Samuraischwert und Messerstichen regelrecht niedergemetzelt. Insgesamt stach er fast 90 Mal auf seine Opfer ein.

Das Gericht folgte mit seinem Urteil der Forderung der Staatsanwaltschaft. Der Angeklagte hatte dagegen angegeben, in Notwehr gehandelt zu haben. Nach seiner Version soll er selbst von dem 55-jährigen Vater seiner 29 Jahre alten Ex-Freundin angegriffen worden zu sein und deshalb auf die beiden sowie die 53-jährige Mutter eingestochen haben. Nach Angaben des Gerichtssprechers sah das Gericht diese Angaben aber durch die Beweisaufnahme als widerlegt an. Dazu hätten vor allem die Zeugenaussagen beigetragen. So war ein Campingplatznachbar der Familie Ohrenzeuge der Morde geworden. Außerdem hielt das Gericht allein durch die hohe Anzahl der Stiche eine Notwehr nicht für vorstellbar.

Der Fall hatte im vergangenen August bundesweit für Entsetzen gesorgt. Am Tatort entdeckten die Beamten damals neben den drei Leichen auch die unversehrte, zehn Monate alte gemeinsame Tochter des ehemaligen Paares. Dem Angriff waren andauernde Streitigkeiten um den Unterhalt für das Kind voraus gegangen.

dpa / afp