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00:17 05.12.2014
1,1 Millionen Euro hat das Gerät jährlich eingebracht. Im Moment steht auf der Verkehrsinsel nur noch ein Stumpf. Quelle: Michael Vollmer
Grasdorf/Wartjenstedt

Die Unbekannten sägten einfach das komplette Gerät an der Auffahrt zur Autobahn 39 ab – wobei einfach mit Blick auf das Gewicht eines solchen Blitzerkastens wohl relativ ist.Attacken auf Blitzgeräte gab es in den vergangenen Jahren immer wieder. Doch so radikal wie jetzt an der Bundesstraße 6 zwischen Grasdorf und Wartjenstedt sind die Täter dabei nur höchst selten vorgegangen. Von den Missetätern fehlt nach wie vor ebenso jede Spur wie von dem abgetrennten Gerät.

Doch das hielt die Täter – ein einzelner kann es angesichts des sperrigen, rund 50 Kilo schweren Blitzers kaum gewesen sein – nicht von ihrem Vorhaben ab. Vermutlich mit einem Trennschleifer schnitten sie die stählerne Säule zwischen den Mittelleitplanken der Bundesstraße ab und nahmen den Blitzer dann offenbar mit, jedenfalls war er nirgends zu finden. Wie schwer das Gerät ist, vermochten Landkreis und Polizei am Dienstag nicht zu beantworten.

Hohe Einnahmeverluste für Kreis Wolfenbüttel

Für den Landkreis Wolfenbüttel, der die Anlage betreibt, ist der Verlust auch finanziell ein herber Schlag. Den Sachschaden, den die Polizei allein auf 130.000 Euro schätzt, dürfte wohl eine Versicherung übernehmen. Doch die Einnahme-Ausfälle, die dem Kreis durch den defekten Blitzer entstehen, deckt sicher niemand ab. Und das Gerät zwischen Grasdorf und Wartjenstedt ist eine bedeutende Geldquelle für die Wolfenbütteler: Rund 1,1 Millionen Euro an Bußgeldern werden dort Jahr für Jahr fällig, so viel wie an keinem anderen Blitzer in ihrem Landkreis. Denn an der Stelle gilt Tempo 60 – und weit bremsen viele Autofahrer nicht herunter, wenn sie dort vorbeikommen. Zumal sie bald darauf wieder aufs Gas treten dürfen.

Rund 35.000 Euro dürften dem Staat also bereits durch die Lappen gegangen sein. Schließlich „verdiente“ der Blitzer pro Tag im Schnitt 3000 Euro, und die Unbekannten hatten vermutlich in der vergangenen Woche zugeschlagen. Dennoch hoffen die Ermittler noch auf die Unterstützung von Zeugen. Sie schätzen, dass die Täter sich mindestens eine halbe Stunde lang an der Anlage zu schaffen gemacht haben müssen, zudem dürfte es ziemlich laut gewesen sein. „Es würde uns schon helfen, wenn wir die Tatzeit noch eingrenzen können“, sagt die Salzgitteraner Polizeisprecherin Sabine Goldfuß.

Angriffe auf stationäre Blitzer hat es im Raum Hildesheim auch in den vergangenen Jahren schon gegeben. Zuletzt wurde im November 2012 des Nachts die Scheibe der Anlage am Vier Linden in Hildesheim eingeworfen – was sie nicht hinderte, trotzdem weiter Fotos von Rasern zu machen. Aufgeklärt wurden die Attacken so gut wie nie.     

Tarek Abu Ajamieh

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