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Panorama Blinde Iranerin will nach Säure-Attentat ihren Peiniger blenden
Mehr Welt Panorama Blinde Iranerin will nach Säure-Attentat ihren Peiniger blenden
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16:59 13.05.2011
Die Iranerin Ameneh Bahrami will Vergeltung üben für ein Säure-Attentat. Quelle: dpa
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Sechseinhalb Jahre nach einen Säure-Attentat, bei dem sie erblindete, will die Iranerin Ameneh Bahrami dem Täter das gleiche Leid zufügen. Der Mann soll am Samstagmittag in Teheran mit Säure geblendet werden. Die Frau hatte vor Gericht erstritten, dass sie ihren Peiniger nach dem Prinzip Auge um Auge bestrafen kann. Er sitzt wegen der Tat bereits im Gefängnis. Ameneh Bahrami, die seit längerem in Spanien lebt, war zur Vollstreckung des Gerichtsbeschlusses in den Iran gereist.

„Das wird für mich nicht nur eine Genugtuung für all das Leid, das mir angetan wurde, sondern auch eine Initiative, um Täter vor solchen Aktionen abzuschrecken“, sagte die 32-Jährige in einer Presseerklärung, die die Nachrichtenagentur ISNA am Freitag verbreitete.

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Ein damaliger Verehrer und Mitstudent, Madschid Mowahedi, hatte Bahrami im November 2004 Schwefelsäure ins Gesicht geschüttet. Grund war ihre Zurückweisung seiner Gefühle. Trotz zahlreicher Operationen ist ihr Gesicht weiter verunstaltet, die Haut ist narbig und gespannt.

Nach islamischen Gesetzen gibt es das Auge-um-Auge-Prinzip, das dem Opfer erlaubt, dem Täter das gleiche Leiden zuzufügen. Nach dem Gerichtsurteil darf sie dem Attentäter in einem Krankenhaus mit einer Pipette Säure in die Augen träufeln. Er soll dafür betäubt werden.

Offen ist, ob sie das Urteil selbst ausführen oder - wegen ihrer Blindheit - ein Familienmitglied die Blendung übernehmen soll. Nach Angaben des mvg-Verlags in München möchte die Frau es aber selbst tun. In dem Verlag ist die Geschichte Ameneh Bahramis erschienen.

Der Fall und die Entscheidung des Gerichts aus dem Jahr 2008 hatten weltweit für Aufsehen gesorgt. Auch iranische Stellen hatten versucht, das Opfer umzustimmen und dazu zu bewegen, auf die Vollstreckung zu verzichten.

Ameneh Bahrami selbst sagte nach Angaben von ISNA jetzt: „Es muss sein, nicht nur meinetwegen, sondern auch um solchen grausamen Aktionen ein Ende zu setzen, damit andere Frauen nicht das gleiche Schicksal erleiden wie ich.“

Der deutsche Orient-Experte Gunter Mulack bezeichnete das geplante Vorgehen als aus unserer Sicht „antiquiert“ und „unverständlich“. Es sei zwar „gedeckt durch archaische Prinzipien des islamischen Rechts, der Scharia“, sagte der Leiter des Deutschen Orient-Instituts in Berlin am Freitag. Aber auch im arabischen Raum sei die Umsetzung solcher Richtersprüche zur Ausnahme geworden. Derartige Urteile könnten zum Beispiel durch Geldzahlungen ersetzt werden.

dpa

13.05.2011
Wiebke Ramm 13.05.2011