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Panorama Bisher keine Quelle für schwere EHEC-Erkrankungen gefunden
Mehr Welt Panorama Bisher keine Quelle für schwere EHEC-Erkrankungen gefunden
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16:27 21.05.2011
Quelle: dpa
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„Bei den bisherigen Fällen konnte noch kein gemeinsames Lebensmittel identifiziert werden, das die Mehrzahl der Betroffenen verzehrt hat“, hieß es am Samstag vom Sozialministerium in Niedersachsen. Der Präsident des Landesgesundheitsamtes, Matthias Pulz, sagte im NDR: „Ich gehe davon aus, dass es eine gemeinsame Quelle gibt, aber wir kennen sie noch nicht.“ Die Häufung der Erkrankungen vor allem bei Erwachsenen sei aber ungewöhnlich.

Auch die Gesundheitsbehörden in Schleswig-Holstein und Hamburg warnen vor dem Auftreten schwerer bakterieller Durchfallerkrankungen. Allein in Hamburg gibt es bisher 13 Menschen, die infiziert sind. „Darunter sind auch Patienten, die sich in einem kritischen Zustand befinden“, erklärte ein Sprecher der Gesundheitsbehörde. Die genaue Anzahl der Betroffenen in Schleswig-Holstein ist noch unklar. „Wir gehen von etwa 20 Fällen aus“, sagte ein Sprecher des Kieler Gesundheitsministeriums.

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Das EHEC-Bakterium kann Nierenversagen auslösen. Der Erreger befindet sich im Kot von Nutztieren. Die Infektion kann durch direkten Kontakt mit Tieren, aber auch durch den Verzehr von verunreinigten Lebensmitteln wie Rohmilch übertragen werden. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist auch möglich, aber aus Expertensicht eher zu vernachlässigen. Zu den Krankheitssymptomen gehören wässriger oder blutiger Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen.

In Niedersachsen sind bisher acht Erkrankte im Kreis Lüneburg bekannt, zum Teil handelt es sich dabei aber nur um Verdachtsfälle, berichtete das Landesgesundheitsamt am Samstag. Im Kreis Cuxhaven gibt es zwei Betroffene, die sich beide in einem Kurheim aufhielten, darunter ein Kind im Grundschulalter. Der Verlauf der Krankheit sei bei beiden aber nicht schwerwiegend, hieß es. Ein Betroffener aus dem Kreis Harburg wird in Hamburg dagegen intensivmedizinisch behandelt. Auch in Lüchow-Dannenberg gab es eine klinisch bestätigte Infektion.

Vertreter des Robert Koch-Instituts aus Berlin und Mitarbeiter der Gesundheitsämter kamen am Samstag wegen der ungewöhnlichen Häufung der Fälle zu einem Treffen in Hamburg zusammen.

Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) appellierte an die Ärzte, alle Erkrankungen an die Behörden zu melden. „Für uns hat der zügige Informationsaustausch zwischen den Gesundheitsbehörden von Kommunen, Ländern und Bund hohe Priorität“, betonte sie. Ein Sprecher ihres Ministeriums sagte, die Suche nach Ursache könne auch länger dauern. „Es ist für zentral wichtig, dass sich die Bürger in ärztliche Behandlung begeben, wenn sie blutige Durchfälle haben“, betonte er.

dpa