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Panorama Bischöfe sprechen in Predigten soziale Probleme an
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10:22 26.12.2012
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, spricht bei seiner Weihnachtspredigt im Münster in Freiburg zu den Gläubigen. Quelle: dpa
Berlin

In ihren Weihnachtspredigten haben die Bischöfe am Dienstag soziale Probleme angesprochen und zu einem selbstbewussten christlichen Glauben aufgerufen. Bereits zu Heiligabend hatten beide großen Kirchen vor einer zunehmenden Spaltung der Gesellschaft in Deutschland gewarnt und Solidarität mit Schwächeren angemahnt.

Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch prangerte am ersten Weihnachtstag die zunehmende Gewalt in Schulen und Fußballstadien an. Eine Ursache dafür sieht er in den Unterhaltungsmedien. „In einem Land, in dem Fernsehsender sogar an Weihnachten stundenlang Action-Streifen und brutale Thriller ausstrahlen, wo Scharfschützen- und Gangster-Filme am Fest der Liebe und des Friedens viele Wohnzimmer beherrschen, darf uns das eigentlich nicht wirklich überraschen“, sagte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz in Freiburg.

Aufruf zur Solidarität mit verfolgten Christen

Der Berliner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki rief zur Solidarität mit verfolgten Christen in aller Welt auf. „Christen sind heute die weltweit am meisten diskriminierte und verfolgte Glaubensgemeinschaft. Und das in einem Zeitalter, in dem Menschenrechte und Religionsfreiheit so gerne beschworen werden“, sagte Woelki in seiner Predigt. Mit großer Besorgnis schaue er auf die Situation von Christen in vielen Ländern der Welt - in Syrien, in Ägypten, in Nigeria, sogar im Heiligen Land.

Der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner appellierte an das Selbstbewusstsein der Christen. Zu Weihnachten werde das Fest der Menschwerdung Gottes gefeiert, sagte Meisner in seiner Predigt. In Bethlehem sei Gott in die Geschichte der Menschen eingetreten, der Mensch sei ein Mitbürger der Heiligen und Hausgenosse Gottes geworden, zitierte Meisner im Kölner Dom den Apostel Paulus. Schon die ersten Christen habe dies so fasziniert, dass sie „gegen den absoluten Trend der damaligen Zeit erhobenen Hauptes einen politisch unkorrekten Lebensstil führten“.

Kritik am geplanten Gesetz zur Sterbehilfe

Der Bischof von Fulda, Heinz Josef Algermissen, warnte davor, die Menschenwürde zum Spielball der Technik und „unbeherrschbarer Mächte“ verkommen zu lassen. „Präimplantationsdiagnostik, Bluttests zur Erkennung des Down-Syndroms bei Ungeborenen und deren Selektion infolgedessen, aber auch erleichterte Möglichkeiten zum Suizid offenbaren eine Respektlosigkeit hinsichtlich der Menschenwürde.“ Christen müssten sich „in weihnachtlicher Konsequenz“ dort massiv als „Störenfriede“ betätigen, wo immer „die Mächte des Todes am Werk“ seien, ob im politischen, wirtschaftlichen oder militärischen Bereich.

Der Bischof von Speyer, Karl-Heinz Wiesemann, kritisierte das geplante Gesetz der Bundesregierung zur Sterbehilfe in seiner bisherigen Form. Es mangele an einer eindeutigen Absage an die organisierte Sterbehilfe, sagte Wiesemann am ersten Weihnachtstag im Dom von Speyer. „Schon ändern Sterbehilfe-Organisationen ihre Satzungen, um vom neuen Gesetz gedeckt ihr Ziel auch weiterhin verfolgen zu können. Was die Menschen aber brauchen, ist Beistand im Leben, nicht Mitwirkung am Sterben.“ Der Mensch sei nicht Herr über Leben und Tod, mahnte der katholische Bischof.

dpa

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