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Panorama Bericht bestätigt zivile Opfer
Mehr Welt Panorama Bericht bestätigt zivile Opfer
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15:51 09.05.2009
US-Präsident Barack Obama hat angesichts dutzender getöteter Zivilisten durch US-Luftangriffe in Afghanistan mehr Schutz für die Zivilbevölkerung am Hindukusch zugesagt. Quelle: afp
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Genaue Opferzahlen zu den Angriffen in der westafghanischen Provinz Farah gingen aus dem Bericht jedoch nicht hervor. Da die Opfer bereits beigesetzt seien, sei es unmöglich, "mit Sicherheit" zu bestimmen, wie viele Zivilisten bei den Luftangriffen auf mutmaßliche Taliban-Stellungen um Leben gekommen seien.

Zu den Opfern der Angriffe vom Dienstag gab es unterschiedliche Angaben. Laut Präsident Hamid Karsai kamen bis zu 130 Zivilisten ums Leben. Das US-Militär wies jedoch Berichte über mehr als 100 Tote, darunter zahlreiche Zivilisten, als "übertrieben" zurück. Vertreter der Vereinten Nationen schätzten die Opferzahl auf bis zu 167. Erschütternde Schilderungen der Einwohner hätten deutlich gemacht, dass die meisten Opfer nicht bei Bodenkämpfen oder durch Taliban-Rebellen getötet worden seien, sondern bei den Luftangriffen, sagte ein UN-Mitarbeiter, der namentlich nicht genannt werden wollte. Karsai forderte ein Ende der US-Luftangriffe.

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Den Luftangriffen waren dem Untersuchungsbericht zufolge schwere Kämpfe zwischen Taliban-Kämpfern und internationalen sowie afghanischen Truppen vorausgegangen. Demnach griffen die Rebellen in zwei Dörfern in Farah Polizeistationen an und erpressten von Einheimischen Geld. Die Provinzregierung habe daraufhin afghanische Sicherheitskräfte und die Koalitionstruppen um Hilfe gebeten. Diese hätten nach mehrstündigen Kämpfen Unterstützung aus der Luft angefordert. Die Taliban-Kämpfer hätten afghanische Zivilisten als menschliche Schutzschilde benutzt, hieß es in dem Bericht. Demnach verschanzten sich die Rebellen mit Dorfbewohnern in Häusern.

Der pakistanische Präsident Asif Ali Zardari kündigte den Taliban im eigenen Land einen unerbittlichen Kampf an. "Das ist eine Offensive, das ist Krieg", sagte Zardari dem Fernsehsender PBS. Mit Blick auf die Ziele der Offensive seiner Truppen im Nordwesten des Landes sagte Zardari, "eliminieren" der Extremisten bedeute sie zu töten.

Eine unbemannte US-Drohne griff offenbar Taliban-Stellungen im Nordwesten Pakistans an. Pakistanische Sicherheitsvertreter bestätigten einen Raketenangriff auf ein mutmaßlich von Aufständischen genutztes Gelände nahe eines Dorfs des halbautonomen Stammesgebiets Süd-Waziristan. Nach ersten Berichten habe es dabei "Opfer" gegeben, sagte ein Sicherheitsbeamter.

afp